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Rheinberg
Ein volles Programm bei den Jonges

Rheinberg: Ein volles Programm bei den Jonges
Wenn schon Karnevalssitzung, dann auch richtig: Bei den Jonges gibt sich das Publikum Mühe mit der Verkleidung. FOTO: Fischer, Armin (arfi)
Rheinberg. Mit ihrer ersten Sitzung haben die Rhinberkse Jonges beim Publikum richtig gepunktet. "Karnevalistische Eigengewächse" nahmen immer wieder gekonnt die örtliche Situation unter die närrische Lupe. Von Sabine Hannemann

Die Arbeit hat sich gelohnt, die Rhinberkse Jonges sorgten in dieser Session erneut für beste Unterhaltung, Tanz und Musik. Das Stadthaus ist Ort für das närrische Volk. Gute Laune und der "bazillus carnevalenis" sind bekanntlich ansteckend. Präsident Clemens Geßmann zeigte dafür volles Verständnis und kündigte mit Schwung bei der ersten Büttensitzung die unterschiedlichen Programmpunkte an. Ganz nach dem Motto zum 111-jährigen Bestehen der Stadtwache: "Bürgermeister kommen und gehen, doch die Stadtwache bleibt bestehen."

Unruhestand in Reimform: Womanizer Peter Houcken. FOTO: Fischer, Armin (arfi)

Dem Bürger "aufs Maul geschaut" erwies sich als durchgängig roter Faden, den direkt in einem plattdeutschen Sketch Altbürgermeister Hans Theo Mennicken mit Bernd Evers, Hans-Gerd Hackfurth und Winni Nickenig aufnahm. Käthe Spolders schlüpfte in die Rolle von Sekretärin Frau Pops, so dass es gelang, Amtsattitüden und sogenannte Außentermine auf ihren Wahrheitsgehalt abzuklopfen. Auch der ehemalige schmucke Prinz aus Millingen, Mario Heinen, trug als "Chauffeur des Bürgermeisters" wesentlich zum Blick hinter die Kulissen und auf die aktuellen Baustellen bei, von denen der neue Bürgermeister Tatzel zur Genüge hat. Stichworte wie Leerstand und Innenstadtbelebung, Awo-Baustelle und Pulverturm, fielen.

Die Rheinberger Politiker mussten sich einiges anhören. Paul van Holt und Fränzi Bröcking legten mit ihrem Zwiegespräch an der Theke unter dem Motto "Wenn das eine nicht geht, geht das andere" nach. Fett bekam jeder mit den Perlen des heimischen Karnevals ab. Ganz im Stile eines Johannes Heesters mit Anzug, weißem Schal und Zylinder setzte in der Rolle eines Vorruheständler Peter Houken als umschwärmter Womanizer noch einen darauf. Er packte in Reimform brillant als "junger Alter" die Unruheständler bei ihrer Eitelkeit. Fit und gesund, lautete sein Motto, das sich mit probaten Mitteln wie Hormonyoga und Karottensaft, Muckibude, dem Schwätzchen beim Einkauf oder mit der Damenwelt im Café Sahnehäubchen realisieren lässt.

Zangsjecken in Zwangsjacken: Georg's Welpen unterzogen sich einer Kamelletherapie, um von der Dritten Jahreszeit wieder zurück ins normale Leben finden zu können. FOTO: Armin Fischer

Auch eine Perle im Rheinberger Karneval: der Münsterländer Kiepenkerl Georg Welp mit langjähriger Büttenerfahrung, der das Verhältnis der Orsoyer und Rheinberger gewohnt westfälisch trocken beleuchtete und dabei geschickt auf die aktuelle politische Situation einschwenkte. Ihm träumte in der Nacht, dass Orsoy von Wasserfluten umschlossen sei, die Rheinberger Carepakete schickten und Altbürgermeisterin Ute Schreyer zum Durchhalten animierte. Für den klaren Durchblick sorgten ebenfalls die beiden Fensterputzer Rainer Müller und Thomas Schmengler. Zwischendurch vergab Prinz Jens I. seine Orden.

Die Sitzung lebte von den Ideen und dem Einfallsreichtum ihrer "Macher". Dazu zählen auch die Filutschi's, die als Blinkmännchen ihren Beitrag auf der Bühne leisteten. Georg's Welpen zeigten, was an Grundübel nach der Session auf die Zwangsjecken in Zwangsjacken wartet: Kamellentherapie, damit der Weg nach Karneval in den Alltag gelingt. Bis zum Finale weit nach Mitternacht sorgten flotte Showtänze der Lilokis, der Papillonis und der Garde der Stadtwache wie auch Auftritte der Berkas, Wodnods und der ollen Dollen für tolle Stimmung.

Karten für die Büttensitzungen am Freitag, 29., und Sonntag, 31. Januar, gibt es noch an den bekannten Vorverkaufsstellen, ebenso für die Oldie-Night, 5. Februar. Infos auch unter www.rhinberkse-jonges.de

Quelle: RP
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