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Alpen
Eine Amerikanerin in Alpen

Alpen: Eine Amerikanerin in Alpen
Treffpunkt Amalinegalerie: Rachel Rabideau (li.) und Edith Catrein-Diering vom Rotary-Club Kamp-Lintfort/Grafschaft Moers. FOTO: Armin Fischer
Alpen. Rachel Rabideau (16) aus Michigan lebt für ein Jahr im Dorf. Von hier aus erkundet sie Deutschland und Europa. Von Erwin Kohl

Rachel Rabideau strahlt eine unglaubliche Lebensfreude aus. Für ein Jahr lebt und lacht die 16-jährige junge Frau aus Michigan / USA bei der Familie Clow in Alpen, deren Tochter Lara wiederum ein Jahr im amerikanischen Bundesstat Illinois verbringt. Möglich gemacht hat diesen Austausch der Rotary Club Kamp-Lintfort/Grafschaft Moers.

Für das Gastjahr am Niederrhein hat die Amerikanerin nicht nur in Eigeninitiative im Internet Deutsch gelernt, sondern ist extra eine Woche früher angereist, um sich von Lara deren Freundeskreis vorstellen zu lassen. "Ihre Freunde haben mich sofort adoptiert und nicht nur die: Ich darf sogar Laras Pferd reiten, das ist einfach toll", schwärmt Rachel Rabideau, die während ihres Aufenthaltes die Unesco-Schule in Kamp-Lintfort besucht.

Auf die Idee gebracht hat sie eine Freundin, die vor zwei Jahren in Deutschland war und seitdem davon schwärmt. Rachel Rabideau lebt seit drei Monaten in Alpen und kann das nur bestätigen: "Hier sind lauter nette Menschen, die Landschaft ist schön und das Essen ist super. Ich liebe Deutschland." Vor allem die deutsche Currywurst, Döner und die Kochkünste ihres Gastvaters haben es ihr angetan.

Was ihre Wahlheimat betrifft, musste sie sich ansonsten nicht groß umstellen. Denn ihr Heimatort Dexter liegt rund eine Autostunde von der Industriestadt Detroit entfernt und ist mit rund 4000 Einwohnern nur unwesentlich kleiner als Alpen. Den größten Unterschied macht die Tochter einer Ärztin und eines Autobauers in der Lebensweise aus: "Hier ist alles so viel ruhiger und langsamer. Bei uns geht es deutlich hektischer zu." Langsamer sei in ihrer Heimat nur das Internet auf dem Land.

Was ihre berufliche Ausrichtung betrifft, möchte die Schülerin der elften Klasse zunächst möglichst viele Sprachen lernen um dann irgendwann Diplomatin zu werden. Dass Diplomatie nicht zu den Stärken der aktuellen amerikanischen Politik, besser den Mann an der Spitze, zu zählen scheint, bringt den Teenager sofort zu einem Thema, auf das sie noch sehr häufig angesprochen werden dürfte. "Er ist mein Präsident, ja. Aber ich bin nicht gerade glücklich mit Trump. Er ist sehr arrogant."

Bald wird sie ihr Gastland näher kennenlernen. Denn dann geht es auf Einladung der Rotary-Clubs von Emmerich bis Neuss auf große Deutschlandreise von Hamburg bis München. "Da sitzen dann Jugendliche aus der ganzen Welt in einem Bus und lernen unser Land kennen", sagt Edith Catrein-Diering. Noch mehr Eindrücke erhält die globale Jugendgruppe in den Osterferien. Unter dem Motto "Europa in 14 Tagen" besuchen sie Barcelona, Paris, Florenz und andere europäische Metropolen.

Rachel Rabideau freut sich auf die Reisen, auch wenn sie ihre Eindrücke kaum verändern dürften. "Man kann ein Land nicht an seinen Orten kennenlernen, sondern durch die Menschen", sagt sie. Sie freut sich auf die Zeit in Deutschland.

Quelle: RP
 
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