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Rheinberg
Eine besondere Art, die Natur zu betrachten

Rheinberg: Eine besondere Art, die Natur zu betrachten
Mannes Kroes ist ein hervorragender Landschaftsmaler. Einige seiner Bilder kann man sich derzeit im Stadthaus anschauen. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Der niederländische Mannes Kroes stellt im Foyer des Rheinberger Stadthauses aus. "Sichtweisen" nennt er seine Bilderauswahl. Oft ist es das Material Glas, das ihn zu faszinieren und herauszufordern scheint. Von Sabine Hannemann

Das Foyer des Rheinberger Stadthauses schmückt eine neue Ausstellung. Der Niederländer Mannes Kroes stellt dort erstmals eine Auswahl seiner Arbeiten aus. "Sichtweisen" nennt er die Ausstellung. Die Reaktion manches Betrachters kennt er, wie seine Ehefrau Jutta erzählt. "Die Menschen gehen meistens ganz nah an die Bilder heran und prüfen es ganz genau. Sie glauben auf den ersten Blick an eine Fotografie, die sie sehen", erzählt sie.

Der zweite Blick macht schnell klar, es geht um Malerei. Kroes malt Stillleben in Öl, die ein exakt realistisches Spiegelbild zurückstrahlen. Die dunklen Kirschen im Sieb tragen den Glanz frisch geernteter Früchte. Ähnlich die blühende Iris mit ihren Tautropfen oder aber Arrangements mit Gläsern und Karaffen, die überaus realistisch und wie echt erscheinen. Der Schluss, dass es sich doch um eine Fotografie handeln muss, ist jedoch falsch.

Beim Gang durch die Ausstellung ist es oft das Material Glas, das ihn zu faszinieren und herauszufordern scheint. Wie sich Licht im Glas und Flüssigkeit bricht, erlebt der Betrachter immer wieder. Unterschiedliche Motive aus der Natur bestimmen seine Arbeiten, beispielsweise Bäume mit herbstlichem Blattwerk oder aber eine vereiste Winterlandschaft. Anders seine Landschaftsmalereien mit Polderlandschaft oder aber aus der Vogelperspektive eine Ortschaft. "Die Polderlandschaft mit Baumreihen, Wegen und weiten Feldern ähnelt sehr dem Niederrhein. Das passt hierher", sagt der niederländische Maler.

Der Lebensmittelpunkt von Mannes Kroes liegt in Venlo. Der 74-Jährige hat bis zum Ende 1990-Jahre als Landvermesser beim Katasteramt in Breda gearbeitet. Zunächst faszinierte ihn in seiner freien Zeit die Bildhauerei. Verschiedenen Skulpturen gibt er abstrakte Formen. Materialien wie Bronze, Holz und Stein verarbeitet er. Auf diese Schaffensperiode folgt die "leichtere" Arbeit an der Staffelei, die sich mit fotorealistischem Charakter gänzlich anders gestaltet. Arnold Verhulst, ein Maler aus Eindhoven, begleitet ihn zunächst, später ist es Theo Selen. Kroes trägt Ölfarben in dünnen Schichten auf. Lage um Lage, mindestens zwölf, sorgen für Transparenz, bannen Licht und Schatten auf die Leinwand. Objekte wirken alleine, alles bekommt seinen exakten Platz und fügt sich in die Bildkomposition.

Seine Bilder leben von der Tiefe, geben Wärme an den Betrachter ab. Seine Objekte studiert er im Vorfeld genau, wie auch auf einem seiner Bilder zu sehen ist. Das Stück zerknitterte Alufolie, in das Tomaten eingepackt waren, erscheint präzise mit jedem Kniff und jeder Falte. Meist arbeitet Kroes in seinem Atelier an zwei Arbeiten gleichzeitig. Ölfarben brauchen ihre Zeit.

Mannes Kroes wählt für seine Stillleben kleine Formate, die er dann auf dunklem Hintergrund platziert und rahmen lässt. "Ein Bild im Bild schafft die Einheit für den Betrachter", sagt Mannes Kroes. 30 dieser Einheiten sind im Rheinberger Rathaus während der Öffnungszeiten bis zum 17. Dezember zu sehen.

Quelle: RP
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