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Rheinberg
"Eine Ehe will gepflegt werden"

Rheinberg. Das Ehepaar Kalender feierte Gnadenhochzeit. Bürgermeister Tatzel gratulierte. Von Nicole Maibusch

Statistiken geben nur wenig Aufschluss darüber, wie viele Ehepaare in Deutschland das Fest der Gnadenhochzeit feiern. Sehr viele dürften es jedoch nicht sein. 70 gemeinsame Jahre sind nur wenigen vergönnt. So wie Margarete und Adalbert Kalender (beide 92). Die gebürtigen Kamp-Lintforter feierten im Thekla-Heim das seltene Ehejubiläum. Das haben beide vielleicht auch ein bisschen der unerschütterlichen Zuversicht und liebevollen Hartnäckigkeit des Jubilars zu verdanken. Und der Tatsache, dass sie in ihrer Beziehung nie lange gestritten, sondern immer miteinander geredet haben. "Eine Ehe ist nicht auf goldenen Boden gebaut, sondern will gepflegt werden", zeigen sich Adalbert und Margarete Kalender überzeugt.

Kennengelernt hat sich das Paar im Kamp-Lintforter Eiscafé Tante Bally. Allerdings stand das erste Treffen für Adalbert unter keinem guten Stern, setzte es doch eine Ohrfeige für ihn. "Er wollte mir einen Kuss geben", sagt Margarete in gespielter Entrüstung. Weil Adalbert 1942 eingezogen wurde, verloren sich beide aus den Augen. Als sich ihr Weg 1945 zufällig wieder kreuzte, präsentierte Margarete, die als Schaffnerin zunächst bei den KMV, später bei der Niag arbeitete, ihren Verlobungsring. "'Macht nix Gretchen, du wirst trotzdem meine Frau' habe ich damals gesagt - ich war eben verrückt nach ihr", erzählt Adalbert Kalender, der als kaufmännischer Angestellter auf Friedrich-Heinrich tätig war. Und er sollte Recht behalten. 1946 heiratete das Paar, das einen Sohn und auch einen Enkel hat. Neben gegenseitigem Verständnis haben auch gemeinsame Interessen die beiden fest zusammengeschweißt. "Wir sind zweimal im Jahr verreist", erzählt das Jubelpaar. Auch Radfahren gehörte zu den Hobbys. Seit 2008 wohnen Margarete und Adalbert Kalender im Rheinberger Thekla-Heim und fühlen sich hier wohl.

Quelle: RP
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