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Rheinberg
Eine Erzieherin aus Leidenschaft

Rheinberg: Eine Erzieherin aus Leidenschaft
Leiterin Hannelore Kelz mit Kindern der Teddybärgruppe beim Bilderbuchlesen. Die Lüttingerin arbeitet seit 40 Jahren in der Kita an der Pastor-Wilden-Straße, angefangen hat sie als Gruppenleiterin. FOTO: Olaf Ostermann
Rheinberg. Hannelore Kelz arbeitet seit 40 Jahren in der Kindertagesstätte St. Evermarus Borth. Seit 1980 ist sie Leiterin der Einrichtung. Die soziale Kompetenz des Kindes und Verantwortungsgefühl stehen für die Lüttingerin an erster Stelle. Von Erwin Kohl

"Ich hatte schon im Alter von zwölf Jahren den Wunsch, mit Kindern zu arbeiten. Das ist für mich mehr als nur ein Job, das ist Berufung", sagt Hannelore Kelz. Seit 40 Jahren ist sie als Erzieherin in der Kita St. Evermarus in Borth tätig. Angefangen hat sie 1975 als Gruppenleiterin, fünf Jahre später übernahm sie die alleinige Verantwortung für die Erziehungsstätte an der Pastor-Wilden-Straße.

Den Spaß an der Arbeit hat sie in all den Jahren nicht verloren, im Gegenteil, Hannelore Kelz sieht immer noch die positiven Seiten ihrer Tätigkeit: "Die Arbeit in der Kindertagesstätte ist sehr vielschichtig und abwechslungsreich. Die Zeit vergeht oft im Flug."

Rund 4000 Kinder aus Borth und Umgebung hat sie in den vergangenen vier Jahrzehnten betreut, vergessen hat sie keines davon. "Wenn mir auf der Straße jemand mit einem prägnanten Gesicht begegnet, weiß ich meistens, um wen es sich handelt. Wenn ich den Namen höre, erinnere ich mich immer", sagt die Erzieherin.

Mittlerweile sind längst deren Kinder in ihrer Obhut und die nächste Generation steht bereits in den Startlöchern. Die wird Hannelore Kelz im kommenden Jahr in der neuen Kindertagesstätte betreuen, die sich derzeit nebenan im Bau befindet. Dann kommt auf die Leiterin mit der Betreuung von U3 und U2 Kindern eine neue Herausforderung zu, auf die sich die Frau aus Lüttingen aber auch schon heute freut. In 40 Jahren hat sich viel verändert, auch was die Betreuung von Kindern betrifft. "Früher stand die Vermittlung anderer Werte im Vordergrund. Heute geht es uns in erster Linie darum, kein Kind zu verbiegen. Aspekte wie gegenseitige Rücksichtnahme, die soziale Kompetenz des Kindes und Verantwortungsgefühl stehen an erster Stelle", sagt Kelz.

Und noch etwas hat sich geändert: Die Rolle der Familie ist eine andere als noch vor 40 Jahren, längst stehen Vater und Mutter im Berufsleben, was zu Betreuungszeiten von bis zu 45 Stunden in der Woche führt. Dazu gibt es immer mehr alleinerziehende Elternteile, meist sind das die Mütter. Das wirkt sich natürlich auch auf die Arbeit in der Kindertagesstätte aus.

"Wir können die männliche Rolle nicht ersetzen. Ich würde mir wünschen, dass mehr Männer diesen Beruf wählen", bedauert Hannelore Kelz. Dass sich die St.-Evermarus-Kinder aber auch "allein unter Frauen" pudelwohl fühlen, zeigt sich daran, dass sie noch Jahre später in den Sommerferien zu Besuch kommen. "Das ist für uns eine tolle Bestätigung", freut sich die Leiterin der Einrichtung.

Drei Jahre durchlaufen die Kinder in der Regel die Kindertagesstätte, im kommenden Jahr werden es durch U3 und U2 Betreuung mehr sein, das Ziel bleibt aber immer dasselbe.

"Wenn die Kinder anschließend mit Freude in die Schule gehen, neugierig und wissbegierig bleiben, dann haben wir eine gute Arbeit geleistet", umreißt Hannelore Kelz ihre und die Ansprüche ihrer Kolleginnen.

Quelle: RP
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