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Rheinberg
Eine Praxis für Veen

Rheinberg. Der Alpener Allgemeinmediziner Norbert Koch will zum 1. Juli in Veen in den ehemaligen Verkaufsräumen der Bäckerei Scholten eine Zweitpraxis eröffnen. Der 60-Jährige sieht darin eine neue Herausforderung. Von Uwe Plien

Alpen-Veen Aller Voraussicht nach wird es ab dem 1. Juli in Veen wieder eine Arztpraxis geben. Eine "Notfallpraxis", um genau zu sein. Der Allgemeinmediziner Norbert Koch – er hat seine Praxis seit vielen Jahren an der Lindenallee in Alpen – wird dazu die ehemaligen Verkaufsräume der Bäckerei Scholten an der Kirchstraße nutzen. Ein entsprechender Antrag liegt dem Zulassungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in Düsseldorf vor. Im April wird darüber entschieden. "Ich gehe davon aus, dass man in meinem Sinne entscheidet, denn schließlich hat mich die KV des Kreises Wesel gefragt, ob ich mir eine solche Konstruktion vorstellen könnte."

Seit der Veener Arzt Dr. Stein vor knapp eineinhalb Jahren überraschend starb, ist es um die ärztliche Versorgung im Ort mit 1650 Einwohner schlecht bestellt. Ortsvorsteher Karl-Wilhelm Schweden und Bürgermeister Thomas Ahls führten Gespräche und erreichten immerhin, dass die Sonsbecker Gemeinschaftspraxis Dr. Klaus Kohl, Mehmet Dumanoglu und Dr. Markus Witkiewicz die ärztliche Versorgung von Sonsbeck übernommen hat und Hausbesuche in Veen gemacht hat.

Zwei Hauptsitze, ein Nebensitz

Norbert Koch wird nun zusammen mit seiner Frau Dr. Katja Koch eine ortsübergreifende Gemeinschaftspraxis eröffnen. "Das bedeutet, dass Alpen und unsere Praxis in Issum, die bisher eine Zweitpraxis war, nun als Hauptsitze und Veen als Nebensitz gelten", so der Arzt. "Wobei immer gewährleistet sein muss, dass die Versorgung in Alpen gesichert ist."

Großen Aufwand bei der Einrichtung der rund 60 Quadratmeter großen Veener Praxis wird Koch nicht betreiben. Keine Technik, aber die Möglichkeit, Termine zu vereinbaren und Rezepte abzuholen – so umschreibt der Arzt das Aufgabengebiet. Eine Arzthelferin (medizinische Fachangestellte) wird vormittags als Ansprechpartnerin vor Ort sein. "Ich werde mittwochs, freitags und samstags für jeweils zweieinhalb Stunden in der Praxis sein und Hausbesuche machen", beschreibt Norbert Koch.

Das Engagement in Ehren. Aber wieso, so wird man sich fragen, nimmt ein Arzt mit 60 Jahren eine solche Zusatzbelastung auf sich? "Ich bin gerne Landarzt", sagt Koch, "und mich reizt diese Aufgabe. Ich habe Spaß daran, mich mit 60 Jahren noch einer neuen Herausforderung zu stellen." Er baue dies nicht für sich auf, sondern für einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin. Denn Koch weiß: "Heute müssen Sie einem Arzt etwas bieten, damit er eine Praxis übernimmt. Es gibt zu wenig Ärzte, ganz besonders auf dem Land."

Eine Teilzeitärztin einstellen

Gern möchte er noch zehn Jahre praktizieren, plant aber einen schrittweisen Rückzug bereits in vier, fünf Jahren. Sein "Experiment" sehe vor, in naher Zukunft einen Teilzeitkollegen einzustellen – "vielleicht eine Mutter, die halbtags arbeiten, aber sich nicht gleich selbstständig machen möchte". Nach ein paar Jahren könne man dann immer noch über eine Praxisübernahmeregelung sprechen.

Quelle: RP
 
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