| 00.00 Uhr

Rheinberg
Endlich ein Plätzchen für den Container

Rheinberg: Endlich ein Plätzchen für den Container
Auf dem Grundstück der Familie Rütten in Borth hat der Altkleidercontainer jetzt einen Platz gefunden. Von links: Karlheinz Kamps, Otto Baumann, Thomas Brendgen, Elisabeth Rütten, Emil Voigt, Martin Kleintges-Topoll, Heinrich Zahren, Annegret Kamps, Johannes Rütten, Josi Baumann und Franz Ingenpaß. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Die Stadt wollte keinen Altkleidersammelbehälter in Borth, aber die St.-Evermarus-Schützen blieben hartnäckig. Von Erwin Kohl

"Schützen helfen - helfen auch Sie" lautet das Motto des Bundes der historischen deutschen Schützenbruderschaften. Helfen heißt in diesem Fall, die im Schrank eingelaufene Hose oder den aus der Mode gekommenen Pullover in einen Altkleidercontainer zu werfen, den eine Abordnung der Schützen-Vereinigung am Grietweg in Borth seiner Bestimmung übergeben hat.

Der Erlös aus den Altkleiderspenden wird von der St.-Evermarus-Schützenbruderschaft Borth an die für Borth zuständige Palliativbewegung der Malteser weitergeleitet.

"Uns ist es sehr wichtig, dass wir regional Hilfe anbieten. Palliativstationen zu unterstützen, ist eine gute Sache, und dafür möchten wir unseren Beitrag leisten", berichtet Karlheinz Kamps, Vorsitzender des caritativen Ausschusses des Schützen-Bundes. Der Altkleidercontainer befindet sich in Trägerschaft der Caritas. Aufgabe der Schützen ist es jetzt, die Werbetrommel für den guten Zweck zu rühren und den Standort bekannt zu machen.

Bis die Sammelbox aufgestellt werden konnte, vergingen eineinhalb Jahre. In dieser Zeit mussten die Schützen viel Überzeugungsarbeit leisten und noch mehr Vorschriften studieren. "Mit Altkleidern lässt sich viel Geld verdienen. Auf diese Einnahmequelle möchte die Stadt Rheinberg auf keinen Fall verzichten, deshalb hat man alles versucht, uns die Aufstellung zu verbieten. Und das, obwohl das Kreislaufwirtschaftsgesetz das Aufstellen von Textilcontainern für soziale Zwecke ausdrücklich erlaubt", erhebt Kamps schwere Vorwürfe.

Auf mindestens 84 000 Euro beziffert der Schütze die jährliche Einnahme der Stadt nur durch die Verwertung von Altkleidern. Daher habe man in Rheinberg große Probleme, solche Container auf öffentlichen und auch privaten Flächen aufzustellen. "Wenn diese Strategie nicht aufgeht, versucht man es mit der Verkehrssicherheit. Aus einem harmlosen Textilcontainer, der neben einem städtischen Textilcontainer steht, wird ein gefährliches Verkehrshindernis, weil Fahrzeuge und Personen nach Ansicht der Verwaltung in hohem Maße Straßenverkehr und Fußwege blockieren", so Kamps. Fast ein Jahr zog sich das Genehmigungsverfahren hin, bis man auf dem privaten Grundstück der Familie Rütten den Spendencontainer aufstellen durfte.

Immer wieder habe es neue Auflagen gehagelt, selbst der Kreis Wesel sei in das Verfahren eingeschaltet worden. "Wir haben in Birten, Wardt, Marienbaum und Veen Altkleidercontainer für den guten Zweck stehen. Weder die Gemeinde Alpen noch die Stadt Xanten haben ein Problem damit", ärgert sich Kamps. Wenig Verständnis für das Verhalten der Stadt zeigt auch Bundesschützenmeister Emil Voigt: "Wir sind ein christlicher Verband innerhalb der katholischen Kirche, für uns steht der Lebensschutz im Vordergrund. Für die Stadt Rheinberg sind die gut gemeinten Kleiderspenden zur Unterstützung der Palliativarbeit einfach nur Abfall, der nach dem Gesetz ihr gehört."

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Rheinberg: Endlich ein Plätzchen für den Container


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.