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Rheinberg
Erhalt der Arbeitsplätze als oberstes Ziel

Rheinberg: Erhalt der Arbeitsplätze als oberstes Ziel
Die Betriebsräte mit der IGBCE-Flagge (v.l.): Detlef Evers (Imerys), Jürgen Ulrich (Solvay), Wilfried Pfaffenberger (Imerys) und Jürgen Möbius (Inovyn). FOTO: ArFi
Rheinberg. Die Chemieunternehmen Solvay, Inovyn und Imerys im Industriepark Rheinberg haben eigene Betriebsräte gewählt. Von Uwe Plien

Es gab Zeiten, da haben bei Solvay in Rheinberg 2500 Menschen gearbeitet. Heute sind es bei den im Industriepark Solvay Rheinberg ansässigen Unternehmen insgesamt 800. Da liegt es auf der Hand, wo die Betriebsräte ihren Schwerpunkt setzen. "Unser oberstes Ziel ist die Erhaltung der Arbeitsplätze", unterstreicht Jürgen Ulrich und spricht damit auch für seine Kollegen. Der 61-Jährige arbeitet seit 45 Jahren bei Solvay, seit 2008 ist er freigestellter Betriebsrat. Jetzt ist er Vorsitzender der neun Leute starken Arbeitnehmervertretung.

Die Unternehmen Solvay (mit dem Kraftwerk und der Soda-Herstellung), Inovyn (PVC-Herstellung) und Imerys (das ehemalige Calciumcarbonat-Werk von Solvay) haben jetzt neue, eigene Betriebsräte gewählt. Solvay mit heute noch 390 Mitarbeitern in Rheinberg hat bestimmte Werksteile verkauft, für den Übergang hatte man sich für ein Jahr auf einen gemeinsamen Gesamtbetriebsrat geeinigt. Jetzt hat jedes Unternehmen seine eigenen Vertreter. Bei Inovyn mit 420 Mitarbeitern führt Jürgen Möbius das elfköpfige Gremium als Vorsitzender an. Der 56-Jährige begann vor 35 Jahren bei Solvay und wechselte im vergangenen Jahr zu Inovyn. Freigestellter Betriebsrat ist er seit 2008.

Auch Wilfried Pfaffenberger (61) ist ein altgedienter Solvayaner. Seit 43 Jahren mischt er in Ossenberg mit. Jetzt, nach dem Verkauf des Calciumcarbobat-Werks an die französische Imerys, ist er Betriebsratsvorsitzender geworden. Wie sein Stellvertreter Detlef Evers (51 Jahre, seit 30 Jahren im Werk beschäftigt) ist Pfaffenberger nicht freigestellt, weil Imerys in Rheinberg nur 30 Mitarbeiter hat. "Erst ab einer Betriebsgröße von 200 Mitarbeitern wird ein Betriebsrat freigestellt", erläutert Jürgen Möbius.

Im Industriepark an der Xantener Straße wird auch weiterhin unter Solvay-Flagge gesegelt. Mit der finnischen Firma Kemira (Herstellung von Chemikalien zur Wasseraufbereitung, 18 Mitarbeiter am Standort) und der voll automatisierten Praxair (Luftzerlegung, keine Mitarbeiter am Standort Rheinberg) gibt es dort noch weitere Betriebe. Nicht zu vergessen die unter VSR firmierenden 47 Mitarbeiter von Werkfeuerwehr, Werkschutz und Pförtner). Die fallen nicht unter die verbindende Klammer der Industrie-Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), sondern werden von Verdi vertreten.

Die jetzt gewählten Betriebsräte werden sich künftig zwei bis drei Mal pro Jahr zusammensetzen. "Aber grundsätzlich hat jetzt jeder Betriebsrat sein eigenes Büro und arbeitet für die eigene Belegschaft", so Jürgen Ulrich. Mit einem durchschnittlichen Organisationsgrad von 55 bis 60 Prozent der Mitarbeiter können die Arbeitnehmervertreter ganz zufrieden sein.

Wichtig ist ihnen die Nachwuchsförderung. "Wir setzen uns dafür ein, dass es im Industriepark auch künftig 35 Auszubildende geben wird", so Jürgen Möbius. "Der Facharbeitermangel kommt allmählich auch bei uns an." Ausgebildet wird in Ossenberg in den Berufen Chemikant, Industriemechaniker und Elektroniker für Automatisierung.

Erfreulicherweise spiegelt sich der Anteil der weiblichen Beschäftigten auch in den Betriebsräten der Unternehmen wider.

Quelle: RP
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