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Alpen
Erste gute Ideen beim Wettbewerb

Alpen: Erste gute Ideen beim Wettbewerb
Auf einer Pinnwand waren die Wünsche der Alpener festgehalten. FOTO: Fischer, Armin (arfi)
Alpen. Architekten wollen Alpen wieder ans Wasser der Ley bringen. Der Dorfcharakter soll erhalten werden. Von Bernfried Paus

Die Tagesschau war bereits beim Wetterbericht angekommen, als im Rathaus ein arbeitsreicher Tag zu Ende ging. Es war ein guter Tag. Viele fanden gar, dass es ein "hervorragender" Tag war, einer wie ihn das Dorf in dieser Form wohl noch nie erlebt hat. Am Ende stand der fühlbare Stolz, dass sich ausgewiesene "Hochkaräter" beim ersten Wettbewerbstag intensiv mit dem Dörfchen beschäftigt hatten und den ernsthaften Versuch unternehmen wollen, etwas Gutes daraus zu machen.

Dabei stellten sie im Dialog mit den Alpenern fest, dass diese eigentlich ganz zufrieden sind mit dem Ort, in dem sie leben. "Aber auch schöne Orte kann man verbessern", sagte Immanuel Fäustle vom Büro Felixx/De Zwarte Hond aus Rotterdam. Rund 80 Zuhörer im fast vollen Ratssaal lauschten gebannt, mit welchen Eindrücken und Ideen die Experten nun an die weitere Arbeit gehen. Und die Alpener gingen mit dem guten Gefühl in die Nacht, dass ihr Dorf in kreativen Köpfen von Vollprofis angekommen ist, die verstanden hatten.

Zahlreiche Gäste lauschten am Abend des ersten Architektenwettbewerb-Tages den Ausführungen der "klugen Köpfe". FOTO: Armin Fischer

Zahlreiche Bürger hatten tagsüber die Architekten-Werkstatt besucht und den sechs Wettbewerbsteams ihre Wünsche zu Protokoll gegeben. Die hingen auf bunten Karteikärtchen an Pinnwänden. Ein Wunsch brachte es mehr als andere auf den Punkt: "Den Charakter des Dorfes erhalten ... ihn wieder herstellen." Dieser Gedanke tauchte bei der Präsentation der einzelnen Büros in unterschiedlicher Nuancierung immer wieder auf.

Das Büro Felixx hatte die Alpener eingeladen, ihre dörflichen Träume zu erzählen. Fazit: "Damit können wir in den nächsten Wochen einen schönen Plan machen." Eine Kernfrage für die Fachleute aus den Niederlanden, die in Amsterdam einen Uferpark einladend gestaltet haben, lautete: "Der Bach (die Alpsche Ley, Anm. d. Red.) ist schon angelegt. Aber wie nur kommen wir ans Wasser?" Dieser Frage geht auch das Büro KLA (Duisburg Innenhafen/Mailand) nach: "Ein wunderbarer Freiraum, der nicht erlebbar ist."

Die Alpsche Ley, die auf einem Stück im Dorf gerade wieder ans Licht geholt worden ist, zugänglich zu machen, haben sich auch andere fest vorgenommen. Das Büro Greenbox aus Köln zum Beispiel, das festgestellt hat, dass in Alpen das Blech der Autos Bäume und Blumen in den Schatten stellt. Die Grünbereiche müssten "gestärkt und geschärft" werden.

"Das Auto ist überall", lautete auch der Befund von Bart Brands aus Hilversum nach seinem einstündigen Gang durchs Dorf. "Selbst der Fietsen-Mann hat einen Parkplatz, und zwischen zwei Garagen passt immer noch ein Auto", belegte er eindrucksvoll mit Schnappschüssen. Brands bot sich in seinem höchst unterhaltsamen Vortrag als "Chirurg" an, der den Ort an vielen Schnittstellen schöner machen kann. Vor allem die wenig erbauliche "Hinterseite" will er nicht aussparen. Und Brands, Gestalter der Fußgängerzone in Kopenhagen, war derjenige, der Alpen auch im Dunkeln ins schönste Licht setzen möchte.

Das Büro GTL aus Düsseldorf, das den Markt in Kalkar entworfen hat, schlägt vor, die Aufenthaltsqualität des öffentlichen Verkehrsraumes zu verbessern, "Emotionen" zu wecken, indem man Plätze und Ortseingänge aufwertet und städtebaulich verbindet, dabei historische Wurzeln sichtbar macht. Die Geschichte des Ortes als Alleinstellungsmerkmal gestalterisch viel stärker als bisher herauszuarbeiten, ist auch das Anliegen von wbp aus Bochum, das den viergeteilten Grundriss des Ortes vom Anfang des 19. Jahrhunderts in die Zukunft übersetzen und das "historische Zentrum zwischen den beiden Kirchen" herausarbeiten möchte. Dass die "emotionale Mitte" Alpens genau hier ihren Platz haben soll, scheint Konsens.

Quelle: RP
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