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Rheinberg
Es geht voran mit dem Dach von St. Peter

Kirche St. Peter: Impressionen von der Dachsanierung
Kirche St. Peter: Impressionen von der Dachsanierung FOTO: Fischer, Armin
Rheinberg. Zimmermänner und Dachdecker haben das Hauptdach bald fertig. Die gesamte Maßnahme zieht sich bis Frühjahr 2016. Von Uwe Plien

17 Meter hoch geht es mit dem wackligen Lastenaufzug. 17 Meter, dann ist der Arbeitsplatz von Dachdeckermeister Sebastian Hegger und seinen beiden Kollegen Alexander Louven und Michael Poscharnigg erreicht. Die drei Handwerker vom Dachdeckerbetrieb Schendel in Neukirchen-Vluyn sind dabei, das Dach der Rheinberger St.-Peter-Kirche neu zu decken. Um sie auf dem Hauptdach zu erreichen, muss man vorsichtig über Gerüste und Bohlen klettern.

Eine Schieferplatte nach der anderen schlagen die Dachdecker seit mehr als einer Woche an. "Altdeutsche Deckung" nennt man die Art und Weise, wie das in Rheinberg geschieht. Die Schieferplatten sind dann an einer Seite abgerundet und sie werden versetzt angebracht - so, dass kein Wasser in die Ritzen und damit unter die Platten laufen kann.

"Das ist kein Auftrag wie jeder andere für uns", unterstreicht Meister Hegger. "1900 Quadratmeter Schieferdach - das haben wir nicht so oft." Wenn dann auch noch perfektes Dachdecker-Wetter wie gestern herrscht, gehen die Männer morgens besonders gern zur Arbeit. Die Schendel-Leute nageln ihre diagonalen, nach oben hin immer schmaler werdenden Schieferbahnen übrigens ausgewogen auf jeder Dachseite. Den Grund kennt Architekt Holger Hölsken von Eling Architekten in Wesel, der das Kirchen-Projekt für die St.-Peter-Pfarrgemeinde betreut: "Der Schiefer wiegt 33 Kilo pro Quadratmeter, das sind rund zehn Tonnen, die pro Dachseite aufgebracht werden. Da muss das Gewicht gut verteilt werden."

Bevor die neuen Schieferplatten aufgebracht werden konnten, musste zunächst der Unterbau erneuert werden. Das bedeutet: Die komplette Holzverschalung wurde abgenommen und zahlreiche Holzbalken ausgebaut und erneuert. Dafür sind die Zimmermänner des Kamp-Lintforter Zimmereibetriebs Leucker zuständig. Allerhand zu tun also für Chef Bernd Leucker und seine drei Leute. "Ich denke mal, dass wir 15 bis 20 Prozent der Holzkonstruktion erneuert haben", so der Betriebsinhaber. "Spannbalken, Kopfbänder, Pfetten - alles, was nicht mehr gut war, haben wir ausgewechselt."

Das hört sich leichter an als es ist, denn bis zu 200 Kilo schwere und entsprechend sperrige Holzteile aufs Dach zu befördern und an Ort und Stelle zuzuschneiden, das erfordert viel Ahnung und Erfahrung. Leucker verwendet Fichte-Tanne-Holz, weil der Dachstuhl aus diesem Material besteht. "Der Dachstuhl ist kurz nach dem Krieg komplett erneuert worden", sagt Franz Falke. Der Rheinberger Architekt ist ehrenamtlicher "Kümmerer" der Kirchengemeinde für das Mammut-Projekt.

Bernd Leucker versucht, möglichst viele Verbindungen mit Zapfen zusammenzubringen, sagt aber: "Das geht nicht immer." Der Statiker, der erst vergangene Woche nach seiner Prüfung den Daumen nach oben streckte, verlangt mitunter auch bis zu 600 Millimeter lange Schrauben. Ganz neu sind metallene Zyklopverbindungen. Sechs Wochen noch, dann soll das Hauptdach komplett fertig sein. Dann geht es weiter. Im Frühjahr, so hoffen alle Beteiligten, soll die komplette, rund 1,3 Millionen Euro teure Maßnahme abgeschlossen sein.

Heinz-Willi Coopmann vom Kirchenvorstand hat für die bisher geleistete Arbeit nur Lob übrig: "Hier sind ganz hervorragende Handwerker am Werk. Und wir können froh sein, das wir Franz Falke haben, der die Baustelle für die Gemeinde im Auge behalt."

Quelle: RP
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