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Rheinberg
Europaschule: Ausbaubremse gelockert

Rheinberg: Europaschule: Ausbaubremse gelockert
FOTO: Fischer Armin
Rheinberg. In einer Sondersitzung gab der Schulausschuss gestern grünes Licht für das seit Jahren debattierte Raumkonzept - gegen die Stimmen der CDU: Die hält die Kostenlast für nicht verantwortbar. Hoffnung auf Beteiligung der Gemeinde Alpen. Von Bernfried Paus

Drei Jahre Anlauf haben Politik und Verwaltung im Rheinberger Stadthaus genommen. Da kann einem schon mal die Luft ausgehen. Doch es hat gereicht. Die Mehrheit hat gestern den Knoten durchgeschlagen und das inzwischen auch von der Bezirksregierung weitgehend abgesegnete Raumkonzept für die Erweiterung der Europaschule auf den Weg gebracht. Nur die CDU - im Wissen, dass es die anderen schon richten werden - verweigerte den Sprung über die zweifellos hohe Hürde. Die finanzielle Last bremste ihren Elan.

Die anderen trösteten sich mit der Hoffnung, dass sich Nachbar Alpen am Ausbau und später an den Betriebskosten angemessen beteiligt. Die zuletzt gezeigte "Anmelde-schwäche" der dortigen Sekundarschule wird wohl am Ende dazu führen, dass diese zur Zweigstelle der Gemeinschaftsschule wird, die am Ende auf eine Gesamtschule zusteuert. Am Zusammenschluss mit Alpen zumindest war gestern in der Sondersitzung des Schulausschusses kein Zweifel erkennbar. Auch wenn pädagogische Annehmlichkeiten des Modellversuchs Gemeinschaftsschule künftig wegfallen. Am 8. November diskutieren die Schulausschüsse gemeinsam.

CDU-Fraktionschef Erich Weisser erklärte, warum es seine Fraktion weiter nicht verantworten könne, dem geplanten Ausbau zuzustimmen. Der Kostenrahmen liege inzwischen bei 13 Millionen. Alles in allem werde man am Ende bei deutlich über 20 Millionen landen. Das belaste den städtischen Haushalt im nächsten halben Jahrhundert durch Abschreibung und Zinsen jährlich mit mehr als einer halben Million Euro. Eine schlüssige Antwort auf die Frage nach der Alternative blieb Weisser allerdings schuldig. Er prognostizierte, dass in fünf Jahren Klassenräume leer stehen würden. Die Verwaltung wiederum hält eine Reduzierung der Kosten um zwei Millionen Euro für nicht vertretbar.

SPD-Fraktionschef Jürgen Madry wehrte sich gegen den Eindruck, die SPD sei ihrer Finanzverantwortung nicht gerecht geworden. Die Genossen hätten mehrfach darauf gedrängt, auf "goldene Handgriffe und eine Luxusfassade" zu verzichten. Aber der angemeldete Raumbedarf sei nun mal da und noch "Unterkante" dessen, was pädagogisch wünschenswert sei.

FDP-Sprecher Herbert Becker plädierte munter engagiert dafür, "das Rumgeeiere" endlich zu beenden, weil's sonst eben noch viel teurer werde: "Man muss diese Schule nicht liebhaben. Aber Bildung kostet nun mal Geld." Grünen-Sprecher Simon Thölke mahnte derbe drängenden Handlungsbedarf an: "Die Kacke dampft. Es fehlen im Konzept jetzt schon Räume." Der Bauantrag soll in Kürze eingereicht werden. Einzugsbereit wäre der Erweiterungsbau dann frühestens nach den Sommerferien 2019.

Quelle: RP
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