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Rheinberg
Evangelische Christen wählen Presbyter

Rheinberg. "Aufkreuzen" für das entscheidende Leitungsgremium der Gemeinden. Die Briefwahl ist äußerst beliebt. Von Nicole Maibusch, Uwe Plien und Heinz Kühnen

Unter dem Motto "Aufkreuzen für die Gemeinde" stehen am Sonntag, 14. Februar, die Presbyteriumswahlen in den evangelischen Kirchengemeinden.

In der Evangelischen Kirchengemeinde Rheinberg werden viele Gemeindeglieder jedoch nicht mehr persönlich "aufkreuzen". Trotzdem ist Pfarrer Udo Otten guter Dinge, dass die Wahlbeteiligung diesmal höher ausfallen wird als 2012. Damals waren es 9,8 Prozent. "In diesem Jahr wären 20 Prozent schon gut", hofft Otten. Nicht zuletzt, weil die Gemeindearbeit mit dem Haus der Generationen seitdem ganz neu aufgestellt wurde und viele neue Gesichter hinzukommen sind.

Als echter "Motivationsmotor" für die Presbyteriumswahl hat sich bereits das geänderte Briefwahlverfahren erwiesen. "Schon jetzt liegen 98 Umschläge in der Wahlurne, das sind dreimal mehr als bei der Wahl 2012 - und es sind noch drei Wochen bis zum Stichtag", freut sich der Rheinberger Pastor.

Erstmalig wurden mit der Wahlbenachrichtigung auch gleich die Briefwahlunterlagen verschickt, so dass die Gemeindeglieder ihr Kreuzchen ganz bequem und nicht termingebunden zu Hause machen können. "Das ist einfacher und direkter", findet Otten. Der Umschlag könne dann zum Beispiel im Rahmen des Einkaufs bei der Gemeinde abgegeben werden. "Das haben schon viele genutzt", sagt der Rheinberger Pfarrer.

In der Evangelischen Gemeinde Rheinberg entscheiden am 14. Februar insgesamt 2808 Wahlberechtigte über die Besetzung von acht Presbyterstellen. Insgesamt neun Kandidaten bewerben sich um das Amt. "Die zwei Mitarbeiterstellen im Presbyterium werden allerdings nicht neu besetzt", informiert Udo Otten.

In den Gemeinden Budberg und Borth-Ossenberg-Wallach wird hingegen niemand "aufkreuzen", denn dort wird nicht gewählt. In beiden Gemeinden fanden sich nicht ausreichend Kandidaten. Daher hat der Kreissynodalvorstand beschlossen, dass die vorhandenen Kandidaten als gewählt gelten. "Allerdings ist dieses Vorgehen nicht das, was wir uns als Gemeinde wünschen", gibt der Budberger Pfarrer Thorsten Diesing zu. So sieht das auch seine Wallacher Kollegin Ulrike Thölke. Seit 14,5 Jahren in der Gemeinde ist es für sie die insgesamt vierte Presbyteriumswahl und mit der ersten Nicht-Wahl eine eher traurige Premiere. Und dass, obwohl die Wahlbeteiligung mit rund 23 Prozent bei der letzten Wahl in Borth Wallach und Ossenberg außergewöhnlich hoch war. Zwei Gründe macht Thorsten Diesing dafür aus, dass es zunehmend schwieriger wird, Menschen fürs kirchliche Ehrenamt zu begeistern. "Die meisten sind familiär und beruflich so stark eingebunden, dass kaum mehr Zeit für anderes bleibt - schon gar nicht mit langfristiger Bindung", erläutert Thorsten Diesing. Einen Pseudo-Kandidaten aufzustellen, nur um die Wahl formal durchführen zu können, kam für die Budberger ebenso wenig in Frage wie für die Gemeinde von Pfarrerin Ulrike Thölke. In der Evangelischen Kirchengemeinde Orsoy rührt Pfarrer Uwe Klein schon die Werbetrommel. "Wir haben Plakate aufgehängt und Flyer verteilt", sagt er. Im Gemeindebrief wird informiert, und die Internetseite der Gemeinde ist ohnehin stets topaktuell. In Orsoy müssen sechs Presbyteriumsstellen besetzt werden, dafür stehen sieben Kandidaten bereit. Dieter von der Burg gilt nach Presbyterwahlgesetz als einziger Mitarbeiterpresbyterkandidat bereits als gewählt.

In der Evangelischen Kirchengemeinde Xanten-Mörmter gehören dem Presbyterium zehn gewählte Gemeindeglieder, zwei Gemeindepfarrer und eine Gemeindepfarrerin sowie ein Mitarbeiter an. Hier gibt es 14 Kandidierende, die sich für das Amt des Presbyters bewerben. Alle haben sich bereits für eine Sonderausgabe des Gemeindebriefes mit einem eigenen Text vorgestellt. Dieser Gemeindebrief ist inzwischen an alle evangelischen Haushalte verteilt worden. Weitere Exemplare sind im Gemeindehaus an der Kurfürstenstraße im Auslagenregal zu finden. Auch während der Kirchenöffnungszeiten liegen Gemeindebriefe zur Mitnahme aus. Wahlberechtigt sind alle Personen, die der Evangelischen Kirchengemeinde Xanten-Mörmter angehören und konfirmiert oder mindestens 16 Jahre alt sind. Wer diese Bedingung erfüllt, aber keine Karte bekommen hat, sollte sich im Gemeindebüro melden. Dort liegt das Wahlverzeichnis bis zum 7. Februar aus, und es kann überprüft werden, ob ein Fehler vorliegt, der korrigiert werden muss. Nach dem 7. Februar sind Änderungen nicht mehr möglich. Der Antrag für die Briefwahl ist in Xanten bis zum 9. Februar persönlich mündlich oder schriftlich an die Pfarrer, Presbyter oder ans Gemeindebüro zu richten.

Wird fortgesetzt

Quelle: RP
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