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Alpen
Facebook-Nachricht ersetzt Notruf nicht

Alpen: Facebook-Nachricht ersetzt Notruf nicht
FOTO: ap
Alpen. Polizei schaltet sich "ausnahmsweise" in eine Facebook-Debatte in der Gruppe "Wenn Du Alpener bist . . ." ein. Dort meldeten mehrere Mitglieder, dass eine Ampel an der B 58 für mehrere Richtungen zeitgleich Grün signalisiert. Von Bernfried Paus

Wesel Auch die Polizei im Kreis Wesel ist auf den schnellen medialen Zug aufgesprungen, verschließt sich moderner Kommunikationsmittel nicht und ist in den sozialen Medien präsent. Seit Kurzem präsentiert sie sich auf einer eigenen Facebook-Seite. Das digitale Tor soll zwar den Dialog mit den Bürgern draußen verbessern, aber das soziale Netzwerk ersetzt im Ernstfall den herkömmlichen Notruf keineswegs. Das hat Presssprecher Daniel Freitag gestern am Beispiel eines konkreten aktuellen Falles eindringlich deutlich gemacht. Anlass, sich über Facebook zu Wort zu melden, war ein vermeintlicher Defekt der Signalanlage an der Weseler Straße (B 58)/ Ecke Rathausstraße in Alpen.

19.22 Uhr startete am Dienstagabend ein Alpener Handwerker, Anwohner der Rathausstraße, der täglich mehrmals die Kreuzung passiert, in der Facebook-Gruppe "Wenn Du Alpener bist ..." eine Anfrage. Der besorgte User schilderte seine seit Oktober wiederholt gemachte Beobachtung einer gefährlichen Situation. Vorm Passieren der Bundesstraße scheine ihm die Ampel zwar Grün und gebe den Weg "Richtung City" frei. "Trotzdem rollt der Verkehr auf der Umgehungsstraße weiter." Er glaube nicht, dass Autofahrer auf der B 58 ständig die Farbe Rot ignorierten und einfach weiter Gas gäben. Er habe sich ans Rathaus gewandt. Doch dort könne man das Phänomen erstens nicht verstehen und erkläre sich zweitens für nicht zuständig.

Der Aufforderung an die Gruppe, ähnliche Beobachtungen zu schildern, folgten zahlreiche Mitglieder. 27 Kommentare bis gestern Abend belegen, dass da offenbar jemand seine Finger in eine offene Wunde gelegt hat. Einige berichten von ähnlichen Beobachtungen, die sie so gedeutet hätten, dass Rot längst nicht alle Autofahrer zum Stopp veranlasst, so dass sie sich nur höchst wachsam in den Kreuzungsbereich vortasten, nicht nur am Abend, sondern auch auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit.

Verwundert nehmen die Teilnehmer am Chat zur Kenntnis, dass sich die örtliche Verwaltung raushalte. Tenor: Die könne das Problem, wenn nicht selbst lösen, doch gefälligst an die zuständige Stelle weitergeben. Ein Kenner des örtlichen sozialen Netzwerks hat eine zündende Idee: "Vielleicht ein Fall für die Polizei." Gute Idee. Die schaltete sich prompt selbst in den munteren Chat ein. Ausdrücklich: ausnahmsweise. Über ihre offizielle Facebookseite hab die Behörde keinen Zugriff auf lokale Gruppen, das hätten nur Personen, erläutert Sprecher Daniel Freitag. Doch über private Nutzer sei die Polizei auf das vermeintlich akute Problem mit der Ampelschaltung in Alpen aufmerksam geworden, schrieb sie gestern Morgen auf Facebook, nachdem sie zuvor Straßen NRW als zuständige Behörde informiert und sich versichert hatte, dass keine Gefahr in Verzug war. Es sei keine Fehlfunktion der Ampel festgestellt worden.

Der Sprecher nimmt die Facebook-Debatte zum Anlass, darauf hinzuweisen, bei Gefahr zum Telefon zu greifen und die 110 zu wählen. "Nur dann können wir schnell reagieren", so Freitag. Eine Rückmeldung an den Absender des Notrufs sei aber nicht möglich. "Doch jeder kann sicher sein, dass wir uns kümmern", so die Polizei.

Quelle: RP
 
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