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Rheinberg
Fahrschule Seidel 30 Jahre bestens unterwegs

Rheinberg: Fahrschule Seidel 30 Jahre bestens unterwegs
Manfred (64) und Jürgen (61) Seidel haben 1985 - neben dem heutigen Betrieb - gemeinsam die Fahrschule eröffnet. Doch nur der jüngere der beiden Brüder sitzt hauptberuflich auf dem Beifahrersitz. FOTO: OO
Rheinberg. Immer dem Zeitgeist auf der Spur: Den runden Geburtstag feiert die Fahrschule an der Römerstraße am Samstag ab 10 Uhr.

Einige haben ihn womöglich in der Lotterie gewonnen, bei anderen wird er - so sagt man - beim Kauf bestimmter Automarken gleich mitgeliefert und bei wieder anderen gilt: "Wie gewonnen, so zerronnen." Die Rede ist vom Führerschein. Doch bis man den "Lappen" endlich hat, sind vorm Fahrlehrer (und Prüfer) alle gleich. In drei Jahrzehnten hat der Rheinberger Fahrlehrer Jürgen Seidel viele Typen hinterm Steuer erlebt und ausgebildet. Das 30-jährige Bestehen seiner Fahrschule feiert Jürgen Seidel am Samstag, 13. Juni, ab 10 Uhr, in den Räumen an der Römerstraße 58.

Statt Fragen zur Theorie und Praxis gibt es ein kaltes Buffet, Getränke und Musik. Fahrschüler, auch ehemalige, und Interessenten sind eingeladen. Direkt nebenan an der Römerstraße 56 hat Jürgen Seidel 1985 mit seinem Bruder Manfred, ebenfalls Fahrlehrer, die Fahrschule eröffnet. Theorie - das hieß damals noch Frontalunterricht und Papierfragebögen. Die sind längst Geschichte, statt dessen haben PC, Tablet und Smartphone Einzug in den Fahrschulalltag gehalten. Im Praxisunterricht weichen die "antiken Schaltmodelle" immer öfter der auf Hybrid-Autos mit Automatik. Doch trotz modernster Technik: Die Erlebnisse des heutigen Fahrschulalltags ähneln denen der vergangenen Jahrzehnte. Mit Anekdoten könnte Jürgen Seidel so manches Buch füllen. Der Klassiker: der "abgewürgte" Wagen an der Ampel. Wenn dies dem nervösen Fahrschüler gleich mehrfach passiere, weil Fahrer hinter ihm ein "Hupkonzert" eröffnen, bleibe nur Humor, so Seidel. Er rät: Aussteigen und demonstrativ mit dem Fensterleder das Fahrschulschild reinigen und dann mit quietschendem Reifen davonfahren. "So wird eine für alle stressige Lage zur Lachpartie", so Seidel.

Und den verlorenen Fahrschüler auf dem Motorrad wird er nie vergessen. Der folgte dem knallgelben Fahrschul-Golf auf der A 40. Das ging so lange gut, bis sich andere Autos dazwischen setzten. Dann war der Schüler weg. Selbst die Suche der Polizei blieb über Stunden erfolglos. Als Jürgen Seidel am Abend völlig entnervt zur Fahrschule kam, traute er seinen Augen nicht. Im Schneidersitz kauerte der Vermisste lässig vor seiner Maschine. Er war auf der A 40 einem Post-Pkw gefolgt. An einer Ampel in Essen habe er seinen Fehler bemerkt und sei flugs auf der Gegenspur nach Rheinberg zurück. "Da hatte er für mich die Prüfung schon bestanden", sagte der Fahrlehrer froh.

Quelle: RP
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