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Alpen
Fast wie "Last Night of the Proms": Akkordeon-Orchester Veen

Alpen. Mit der "Last Night of the Proms" enden in London die Promenadenkonzerte während des Sommers, die nur kurz Proms heißen. Steht bei diesen Konzerten, die im Hyde Pak und in der Prince Albert Hall über die Bühne gehen, vor allen experimentelle und moderne Klassik im Mittelpunkt, ist beim Abschlusskonzert populäre Klassik und Filmmusik zu hören. Genauso ist es bei den Jahreskonzerten des Akkordeon-Orchesters Veen. Von Peter Gottschlich

Wie in der Prince Albert Hall kamen die Konzertbesucher am Sonntagabend nicht im Anzug, sondern in legerer Freizeitkleidung ins Pädagogische Zentrum. Dabei waren, wie im Londoner Stadtteil Kensington, im Schulzentrum alle 350 Plätze besetzt. Anders als beim großen Vorbild mussten die Besucher aber keine Karten auf dem Schwarzmarkt kaufen, um dabei zu sein, da das Akkordeonorchester lediglich die Besucher am Ausgang um eine Spende bittet.

Und noch mal: Wie in London genossen sie vor allem populäre Klassik und Filmmusik - getreu dem Konzert-Motto "Klassik trifft Pop". Zu hören war zum Beispiel ein Potpourri mit Melodien von Wolfgang Amadeus Mozart mit dem Titel "Amadeus goes Pop". Die Konzertbesucher genossen das Stück "Leichte Kavallerie" von Franz Suppé, das auch vom Hauptorchester unter Leitung von Heinz-Theo Hackstein dargeboten wurde. Das 20-köpfige Schüler-Orchester, das von Steffi van Bebber geleitet wird, setzte auf Filmmusik. Zum Beispiel spielte es "Oh, Susanna" von Stephen C. Foster, das im Comic-Streifen "Merrie Melodies" von Bugs Bunny gesungen wird, oder "My heart will go on" von James Horner aus dem Film Titanic.

Die achtköpfige Nachwuchsgruppe spielte genauso Filmmusik, etwa Amelie aus dem gleichnamigen Streifen von 2001 von Yann Tiersen oder Henry Mancinis "Moon River" aus dem Film "Breakfast at Tiffany's" von 1961.

Und wie bei der "Last Night of the Proms" vernahmen die Zuhörer zum Ende des Konzertes "Pomp and Circumstances", die inoffizielle britische Nationalhymne. Die Besucher bedankten sich mit tosendem Applaus, winkten aber - anders als in England - nicht mit Fähnchen.

Weil das Akkordeon-Orchester Veen von 1969 viele junge Spieler hat, zeichnet es auch diejenigen schon aus, die zehn Jahre dabei sind - und dann alle fünf weiteren Jahre. 15 Jahre dabei sind: Sigrid Müller, Verena Schwerdfeger, Kerstin Dröttboom und Janine Gietmann. 20 Jahre gehören Jessica Räbiger und Jan Höpfner dem Orchester an. Insgesamt ein Vierteljahrhundert dabei ist Klaus Peter. Er war von 1973 bis 1981 dabei und dann noch von 1999 bis heute.

Das Akkordeon-Orchester Veen hat 100 Mitglieder, etwa die Hälfte spielt aktiv in den verschiedenen Gruppen mit. Das Hauptorchester probt jeden Mittwoch ab 20 Uhr im Vereinslokal "Zur Deutschen Eiche". www.akkordeon-orchester-veen.de

Quelle: RP
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