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Rheinberg
"Ferienschule" vor dem Start ins neue Schuljahr

Rheinberg: "Ferienschule" vor dem Start ins neue Schuljahr
Lehrerin Simone Bösing (re.) arbeitet mit Schülerin Melissa das Deutschunterrichtsblatt durch. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Noch kein Unterricht, aber büffeln: Klingt stressig, ist es aber nicht. 35 Europaschüler nutzen das Angebot, um in entspannter Atmosphäre Stoff aufzuarbeiten und mögliche Wissenslücken zu schließen. Von Nicole Maibusch

Stell dir vor, es sind noch Ferien und du gehst schon wieder zur Schule. Ein schlechter Traum? Nein, sagt Ilas. "Anfangs dachte ich zwar noch ,ach nö'", gibt der zwölfjährige Europaschüler ehrlich und unumwunden zu. Doch mittlerweile findet der Sechstklässler die "Ferienschule" richtig gut: Entspanntes, aber intensives Lernen in kleiner Gruppe und nette Lehrer - da seien 90 Minuten Unterricht pro Tag ruck, zuck vorbei. Ähnlich denken rund 35 Europaschüler der Noch-Klassen 5 und 6, die an drei Tagen - jeweils für anderthalb Stunden - die Ferienschule an der Europaschule besuchen.

"Seit fünf Jahren bieten wir den Schülern der unteren Klassen die Möglichkeit, vor Schuljahresbeginn Lernstoff in den Fächern Mathe, Deutsch und Englisch aufzuarbeiten", erläutert Simone Bösing, seit drei Jahren Leiterin der Ferienschule und Lehrerin für Deutsch, Evangelische Religion sowie Darstellen und Gestalten. Außerdem gibt es erste Ausblicke auf das, was im nächsten Schuljahr auf dem Lehrplan steht. "Diese Vorbereitung bedeutet für die Schüler eine Entlastung", ist Bösing überzeugt. Der Druck, sich binnen kurzer Zeit Neues anzueignen, sei dann nicht so hoch. Davon profitieren Schüler und Lehrer gleichermaßen, bestätigt Simone Bösing: "Die Schüler finden schneller ins übliche Unterrichtsgeschehen."

Gemeinsam mit Ilas sitzen die künftigen Siebtklässler Jastin (12), Eric (13), Pablo (14) und Melissa (12) im Deutschkurs und erarbeiten sich Rechtschreibstrategien: Schreibt man "Hund" nun mit "d" oder "t" am Ende? "Wie lautet denn der Plural?", gibt Lehrerin Simone Bösing einen Hinweis. "Hunde". Ganz klar: Hier ist das "d" ganz deutlich zu hören.

Auf einem Arbeitsblatt wird auch das sogenannte Schwingen in Silben geübt. Worte werden sprachrhythmisch erfasst, so dass beispielsweise doppelte Mitlaute erkannt werden können. Mit kleinen Bögen unter den einzelnen Silben kennzeichnen Schüler die Sprechmelodie.

Parallel zur Deutschklasse läuft bei Nadine Grundmann der Mathe-Unterricht; und Englisch-Lehrer Christian Dittmann wiederholt mit einer kleinen Gruppe das "Simple Past". Mit von der Partie: Jamie (12) und Karolin. Soweit nichts Besonderes. Doch Karolin ist nicht einmal Schülerin der Europaschule Rheinberg. Die Elfjährige wohnt in Baden-Württemberg und ist lediglich zu Gast bei Jamies Familie in Rheinberg. Dennoch besucht sie gemeinsam mit ihrer Freundin die Ferienschule. "Es ist interessant zu sehen, wie es in einer anderen Schule zugeht", findet Karolin, an deren Schule kein vergleichbares Angebot existiert. Zu Hause bleiben, während Jamie "paukt", war für sie auf jeden Fall keine Option. Lachend fügt sie hinzu: "Schaden kann die Ferienschule auf jeden Fall nicht."

Das sehen offensichtlich auch die anderen Teilnehmer der Ferienschule ähnlich. 35 Kids büffeln freiwillig in den drei Hauptfächern Mathe, Englisch und Deutsch. "Dabei lagen lediglich 28 Anmeldungen vor", sagt Simone Bösing. "Der Bedarf ist da, das Angebot wird gut angenommen", freut sich auch Norbert Giesen, Leiter der Europaschule. Dabei wird kein Schüler dazu verpflichtet; der Besuch der Ferienschule geschieht auf freiwilliger Basis. "Und es sind sicher nicht allein Lehrer und Eltern, die die Notwendigkeit erkennen", betont Norbert Giesen nachdrücklich. Die meisten Schüler kennen ihre Schwachstellen sehr gut und wollen mögliche Defizite ausgleichen.

Quelle: RP
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