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Rheinberg
"Feuerwehr-Arbeit schweißt zusammen"

Rheinberg: "Feuerwehr-Arbeit schweißt zusammen"
Christian Uekermann schätzt die Mitarbeit in der Feuerwehr. "Das schweißt zusammen", sagt der 34-Jährige. FOTO: A. Fischer
Rheinberg. Christian Uekermann (34) ist neuer stellvertretender Leiter der Rheinberger Feuerwehr - zunächst kommissarisch. Von Uwe Plien

Es passierte beim Stadtfest vor 13 Jahren. "Ein guter Freund von mir, selbst Feuerwehmann, fragte mich damals, ob ich Lust hätte, mal bei der Feuerwehr vorbeizuschauen", erinnert sich Christian Uekermann. "Ich sagte zu, ging zwei-, dreimal zu Übungsabenden und bin geblieben." Seither ist der Budberger aktiv in der Freiwilligen Feuerwehr Rheinberg. Mit großer Begeisterung und viel Engagement.

Jetzt hat der Rat ihn zunächst für zwei Jahre kommissarisch zum stellvertretenden Leiter der Rheinberger Wehr gewählt. Der 34-Jährige füllt damit die Lücke aus, die durch den Wechsel von Sebastian Schriewer vom Stellvertreter zum Wehrleiter klaffte. Somit bilden Schriewer, Uekermann und Theo Geßmann, ebenfalls stellvertretender Leiter, die Spitze der Feuerwehr.

Christian Uekermann ist Brandinspektor. Bis er sich Stadtbrandinspektor nennen darf, muss er in nächster Zeit noch drei Lehrgänge am Institut der Feuerwehr in Münster absolvieren. Deshalb wurde er zunächst kommissarisch gewählt.

Bisher hat der Budberger die Löschgruppe Pelden geleitet. "Diese Position übernimmt jetzt Stephan Wiekhorst, der vorher mein Stellvertreter war", so Christian Uekermann. Den Kontakt zu den Kameraden am Peldenweg will er nicht aufgeben - "ich werde versuchen, auch weiterhin an den Treffen teilzunehmen." Wie genau seine Aufgaben im neuen Amt aussehen werden, steht noch nicht fest. Uekermann: "Das werden wir noch abstimmen. Aber grundsätzlich ist es so, dass man immer weiter vom Feuer wegkommt, je höher man aufsteigt." Was bedeutet: Als Mitglied der Wehrleitung hat man sich eher um strukturelle, administrative Dinge zu kümmern als vor Ort den Schlauch auszurollen.

Die Wehrführung hat Verantwortung für die ganze Truppe - inklusive Alters- und Ehrenabteilung und Jugendfeuerwehr. "Viele Kameraden kenne ich schon, aber eben nicht alle. Das muss ich nachholen." So will der "Neue" nach und nach in allen sechs Feuerwehrhäusern in der Stadt mitarbeiten. Nach der Devise: Wir sind da, wo wir gebraucht werden. Beruflich arbeitet Uekermann, der mit seiner Partnerin zusammenlebt, im Außendienst für ein US-amerikanisches Software-Unternehmen und hat meistens im Großraum Düsseldorf/Köln zu tun.

Job hier, Feuerwehr dort. "Für viel mehr bleibt kaum noch Zeit", erzählt der Stellvertreter. Doch sein ehrenamtliches Engagement entschädige für Vieles: "Die Feuerwehrarbeit fasziniert mich. Da ist kein Platz für Einzelkämpfer, da ist Teamwork gefragt. Wenn ich beim Einsatz im Innenangriff bin, muss ich mich hundertprozentig auf meine Kameraden verlassen können. Das schweißt zusammen. Es ist das Menschliche, was mir gefällt, es sind nicht die roten Autos mit den blauen Lichtern." Die Wertschätzung für die Freiwillige Feuerwehr in Rheinberg sei sehr hoch. "Wir kommen, um zu helfen, und das respektieren die Menschen", sagt der Budberger, der auf die Nähe in einer kleineren Stadt wie Rheinberg abhebt: "Hier kann es passieren, dass man bei seinem eigenen Nachbarn auf der Matte steht, um zu helfen."

Wobei die meisten Einsätze technische Hilfeleistung und keine Feuereinsätze sind: eine Ölspur abbinden, Keller nach einem Unwetter leerpumpen, eine Unfallstelle ausleuchten, ein Tier in Not retten. "Die Feuerwehr ist vielseitig", unterstreicht Christian Uekermann, der die gute Zusammenarbeit mit Organisationen wie dem DRK, mit der Solvay-Werksfeuerwehr und der Stadt Rheinberg hervorhebt.

Quelle: RP
 
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