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Rheinberg
Feuerwehrleute hatten wieder eine kurze Nacht

Rheinberg. Unwetterfolgen: Blitzeinschläge, überschwemmte Straßen, vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume Von Heinz Kühnen und Bernfried Paus

Die unwetterartigen Gewitter in der Nacht zu gestern haben auch die Feuerwehrleute in Xanten, Rheinberg und Sonsbeck um den Schlaf gebracht. Alpen kam relativ glimpflich davon und war deshalb in der Lage, jenseits des Rheins Schützenhilfe in Hamminkeln zu leisten, das von den Unwettern erneut arg erwischt worden ist.

In Rheinberg wurde am Donnerstag gegen 23 Uhr bei stürmischem Wind und starken Regenfällen Vollalarm im gesamten Stadtgebiet ausgelöst, berichtete Feuerwehrchef Sebastian Schriewer. Als sich herausstellte, dass die Lege weniger bedrohlich war als zunächst angenommen, wurden gegen 0.30 Uhr große Teile der Bereitschaft wieder schlafen geschickt.

Beim Gewittergrollen kurz nach sechs Uhr in der Früh war's dann vornehmlich für die Kräfte der Löschzüge Süd wieder vorbei mit der Nachtruhe. In Budberg, so Schriewer, wurde ein Dachstuhlbrand nach einem Blitzeinschlag gemeldet. Doch vor Ort zeigte sich, dass der Blitz in den Garten niedergegangen war und für "qualmende Leitungen" im Haus gesorgt hatte. Auch ein zweiter Blitzeinschlag in der Nachbarschaft war glimpflich verlaufen. Die Wehrleute waren allerdings bis in die Vormittagsstunden damit beschäftigt, vornehmlich in Budberg und Orsoy rund 20 vollgelaufene Keller leer zu pumpen.

Alpen blieb "im Schutze der Bönninghardt" vom Unwetter verschont, so Feuerwehrchef Michael Hartjes. Lediglich die Winnenthaler Straße in Veen wurde wieder überspült. Das Ordnungsamt ließ Warnschilder aufstellen. So konnten Wehrleute aus Alpen und Menzelen dem Hilferuf aus Hamminkeln nachkommen, um die dort arg strapazierten Einsatzkräfte abzulösen.

In Sonsbeck musste die Wehr im Bereich Schwarze Straße / Pauenstraße mit dem Wasser kämpfen. Hier drohten die Fluten von der Endmoräne hinab in ein Grundstück und von da in ein Haus zu laufen. Mit Sandsäcken, einem Barriereschlauch und Pumpen konnte die Feuerwehr dies letztendlich verhindern. Der Ort selbst blieb diesmal verschont, freute sich Bürgermeister Heiko Schmidt, jedoch hatte die Feuerwehr bis in die frühen Morgenstunden mit umgefallenen Bäumen, einer beschädigten Hochspannungsleitung und auf die Straße gefallenen dicken Ästen zu kämpfen.

So lange hatte auch die Freiwillige Feuerwehr in Xanten zu tun. "Bis nach drei Uhr haben wir kein Auge zugemacht", sagt Wehrleiter Markus Windhuis. Getroffen habe es diesmal besonders Vynen. In den Bereiche rund um die Straße Am Ehrenmal und Alt-Reeser-Weg. Dort standen gut 15 Keller unter Wasser, die die Wehr nach und nach auspumpen musste. Die Rettungskräfte waren nach dem ersten Notruf kurz nach 22 Uhr bis 1.15 Uhr im Einsatz. Gegen 2.30 Uhr rückten sie erneut aus. Bewohner eines Hauses am Lüttinger Paßweg alarmierten die Wehr, weil der Blitz eingeschlagen war und es verbrannt roch. "Tatsächlich", so Windhuis, "entdeckten wir einen rußgeschwärzten Sicherungskasten." Gott sei Dank war kein Feuer ausgebrochen. Allerdings fiel hier wie in den Nachbarhäusern der Strom aus. Am Morgen mussten dann auch noch ein im Bereich des Campingplatzes Sopeetenkath in Ursl umgestürzter Baum entfernt werden.

Quelle: RP
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