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Alpen
Finale im Wettstreit um Vision für Alpen

Alpen: Finale im Wettstreit um Vision für Alpen
Baustelle Alpen: Stadtbau meint keinen Anrissplan, sondern einen zielgerichteten Prozess zur langfristigen Entwicklung des Ortes, in dem sich möglichst viele möglichst wohlfühlen sollen. FOTO: Arnulf Stoffel
Alpen. Morgen Abend präsentieren im Architektenwettbewerb für den "Stadtumbau" die sechs Büros im Schulzentrum ihren Entwurf, wohin die Reise für den Ort langfristig gehen kann. Der Sieger steht frühestens in der Nacht fest. Von Bernfried Paus

Die Arbeit ist getan. Jedenfalls für die sechs Experten-Teams, die seit zwei Monaten an einer Vision für Alpen feilen. Welche drei Büros als Sieger aus dem über Alpen hinaus beachteten Architektenwettbewerb hervorgehen, entscheidet sich am Donnerstag, 19. Mai. Dann beginnt am 17.30 Uhr das Finale. Der Sieger wird vermutlich erst gegen Mitternacht feststehen. Denkbar ist auch, dass es in die Verlängerung geht und die Jury ein zweites Mal zusammenkommen muss, um den Wettstreit der Ideen zu entscheiden. Aber die Möglichkeit scheint eher theoretischer Natur.

Ein Sieger steht schon fest: Alpen. "Es ist schon eine ganze Menge in Bewegung gekommen, was uns Schub verleiht und nach vorne bringen wird", sagt Stadtplanerin Anne Casprig. Vor dem Stadtumbau habe die Veränderung in den Köpfen bereits begonnen. Die Fachleute haben es geschafft, "auf Augenhöhe mit den Alpenern" einen Denkprozess anzustoßen, der viele erreicht hat. "Nicht nur Politik, Verwaltung und irgendwie Interessierte sind mitgenommen worden", so Casprig, "in Vereinen, Gruppierungen und Nachbarschaften ist plötzlich die Zukunft des Ortes ein Thema, das viele beschäftigt."

Die Beteiligung bei den Foren wuchs von Mal zu Mal. Zuletzt bei der Präsentation der Zwischenergebnisse war's im Ratsaal rappelvoll. Bürgermeister Thomas Ahls entschied noch am Abend, das Finale im Forum des Schulzentrums auszutragen. Hier hängt morgen Abend jedes Team auf je vier Plänen seine Idee auf, auf die sich Alpen in den nächsten gut 30 Jahren zubewegen könnte. "Keine kleine Kö, sondern Perspektiven, die angepasst sind auf die dörflichen Strukturen", so Casprig. Die Pläne kann man sich im Pädagogischen Zentrum schon ab 17 Uhr anschauen. Um Missverständnissen vorzubeugen: "Stadtumbau bedeutet nicht Abriss und Dauerbaustelle, sondern einen langfristigen, zielgerichteten Prozess, der immer in Abstimmung mit der Bürgerschaft voranschreitet", so Casprig.

Die Visionen sollen aufzeigen, wie der Ort seine Einmaligkeit bewahrt und möglichst all seine schlummernden Potenziale entfaltet. "Vieles funktioniert schon recht gut", zitiert Casprig die Planer, "aber nichts ist so gut, dass es nicht noch besser werden kann." Sie kennt die Wettbewerbsbeiträge schon, die die Teams am Finalabend von 17.30 Uhr an in jeweils 20-minütigen Vorträgen vorstellen. Dann bleibt jeweils ein Viertelstündchen für Nachfragen aus dem Publikum. Casprig, die nicht der Jury angehört, ist hochzufrieden. Sie hat einen Favoriten, verrät ihn aber nicht. Natürlich nicht.

Nur so viel: "Es ist ein Vorschlag, der sehr behutsam mit dem Bestehenden umgeht und gleichzeitig innovative Wege aufzeigt. Keine Hirngespinste, sondern umsetzbare Maßnahmen." Unterm Strich seien alle Teams den hohen Erwartungen gerecht worden. "Es gibt keine Ausreißer. Alle haben gute Ideen vorgelegt, von denen Alpen profitieren kann", sagt Anne Casprig. Spannung bis zu Schluss ist garantiert.

Nach der Präsentation der Beiträge zieht sich die Jury mit Prof. Thomas Fenner an der Spitze ins Rathaus zur Klausur zurück. Mit dabei sind neben weiteren Fachleuten auch Bürgermeister Thomas Ahls und Fachbereichsleiter Bauen und Planen, Walter Adams. Wer auf weißen Rauch wartet, der kann lange warten. Es ist nicht mal sicher, dass noch in der Nacht der Sieger feststeht. "Die für Alpen wichtige Entscheidung wird nicht übers Knie gebrochen", so die Planerin. Dem Sieger winken 14.000 Euro Preisgeld, der zweite Platz wird mit 9000 Euro dotiert, der Dritte erhält 5500 Euro. Und es wird zusätzlich für 7000 Euro ein Konzept angekauft, um sich auch die Rechte an diesen Gedanken zu sichern. Insgesamt stellt Alpen einen Scheck über 65.000 Euro auf eine gute Zukunft aus. Dass der gedeckt sein wird, daran ist kein Zweifel erkennbar. Im Gegenteil. Dass Interesse am Wettbewerb in der Region wächst.

Nach dem Finale fängt die Arbeit erst an. Mit der Bezirksregierung und dem Rat wird "ein Pool von konkreten Maßnahmen herausgefiltert - schwerpunktmäßig aus dem Siegerentwurf". Der Bürger soll, nachdem er "Lust auf Mitgestaltung" entwickelt hat, am Dialog beteiligt bleiben. Wo im Ort was passieren soll, wird früh für alle sichtbar gemacht. Mit großen gelben Sprechblasen - den Plopps aus dem Corporate Design "Alpen begeistert ..." Eine gute Idee.

Quelle: RP
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