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Alpen
Finnen forschen in Alpen nach Ahnen

Alpen: Finnen forschen in Alpen nach Ahnen
Karl-Heinz Ginters mit seiner Frau Leena Taovila-Ginters suchten in Alpen nach Hinweisen auf die Ahnen. Kommunalarchivarin Ursula Hüsch und Bürgermeister Thomas Ahls unterstützten die Forscher. FOTO: Armin Fischer
Alpen. Karl-Heinz Ginters und seine Frau Leena Taovila-Ginters durchforsten Akten in Kirchen und Standesämtern. Die Familie Ginters hat ihre Wuzeln am Niederrhein - vornehmlich rund ums heutige Krefeld. Von Peter Kummer

Die rund 1500 Kilometer Weg, um die Spuren der Ahnen und Urahnen weiter zu verfolgen, nehmen Karl-Heinz Ginters und seine Frau Leena Taovila-Ginters gerne auf sich. Seit Jahren fahren sie immer wieder aus ihrer Heimat, dem finnischen Helsinki, an den Niederrhein, um den Stammbaum des gelernten Ingenieurs weiter zu ergänzen. Bei den ersten Reisen war vor allem Krefeld das Ziel gewesen, wo er aufgewachsen war; nun blättern die beiden gemeinsam in alten Standesamtsunterlagen im Alpener Stadtarchiv. Er lerne immer etwas Neues, sagt der 67-Jährige, und "meine eigenen Wurzeln besser kennen". Inzwischen reicht der etwa 100-köpfige Stammbaum bis zu einem Ur-ur-ur-ur-Großvater zurück, der Mitte des 18. Jahrhunderts geboren wurde.

"Die Liebe fällt eben dahin, wo sie hinfällt", schmunzelt Karl-Heinz Ginters, wenn er an die Zeit vor über drei Jahrzehnten zurückdenkt. Damals war der gebürtige Krefelder seiner späteren Frau, die er während des Studiums kennengelernt hat, in ihre Heimat Finnland gefolgt. Leena Taovila-Ginters war es auch, die sich von den beiden als erste für die Familienforschung interessierte. "Da wollte ich mich denn auch einmal mit meiner Geschichte beschäftigen. Die Telekom brachte eines Tages eine CD mit allen Telefonnummern in Deutschland heraus. Dort habe ich dann nachgeschaut, wie viele Ginters aufgeführt sind", sagt er. Die Überraschung war groß. Die Trefferliste nannte rund 50 Adressen, fast alle stammten aus dem Rheinland zwischen dem Niederrhein und Köln.

In Krefeld-Linn nahmen die beiden den Faden der Vorfahren auf und durchforsteten auf dem Dachboden des Pfarrers die Kirchenbücher. "Zum Glück hatte ich sieben Jahre Latein", sagt der Ingenieur und schmunzelt.

Es ergaben sich schließlich immer wieder neue Hinweise auf andere Verzweigungen nach Krefeld-Traar, dann in den Nachbarort Bockum. Auf diese Weise kam in den folgenden Jahren eins zum anderen. Es folgten Kamp-Lintfort, Kevelaer und jetzt Alpen. "Bei dieser Forschung lernt man eine ganze Menge kennen, zum Beispiel die Schönheiten des Niederrheins", sagt Karl-Heinz Ginters. Auch dass seine Vorfahren sesshafte Menschen waren, fest an die Region gebunden, die nur ungern in andere Gegenden umzusiedeln schienen. "Ich war verblüfft, wie viele hier geblieben sind", gesteht Ehefrau Leena. Detektivischer Spürsinn sind bei der Suche gefragt, denn nicht selten wurde damals ein neuer Name nicht ganz korrekt ins Buch eingetragen. Da wandelte sich der Name Ginters mit einem Federstrich schnell in Ginders, "Es waren menschliche Missverständnisse", sagt Karl-Heinz Ginters, der sich von solchen Hindernissen und Erschwernissen aber nicht abschrecken lässt. Leider wurden die beiden Gäste aus Skandinavien, wie sich später herausstellt, in Alpen doch nicht fündig. Dafür klappte es dann im Standesamtarchiv in Kamp-Lintfort.

"Wir sind aber nicht leer ausgegangen und das Material aus Alpen hat uns viele weitere Informationen zu der Gegend gegeben, in der meine Vorfahren lebten", freut sich Karl-Heinz Ginters. Er wird jedenfalls weiterforschen.

Quelle: RP
 
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