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Alpen
Firma macht Flüchtlinge in Alpen fit

Alpen: Firma macht Flüchtlinge in Alpen fit
Gute Tipps für Flüchtlinge: Beim Berufsbildungstag klärten IT-Experten die Teilnehmer über richtige Bewerbungen. FOTO: Christoph Reichwein
Alpen. Zu einer perfekten Integration von Flüchtlingen zählt irgendwann der Einstieg in den hiesigen Arbeitsmarkt. Für Menschen, die bis vor kurzem noch in Syrien oder Afghanistan gelebt haben, scheint dieser Weg mit vielen Hürden verstellt. Von Erwin Kohl

Mit einem Berufsausbildungstag wollte die Alpener Flüchtlingshilfe deshalb nun Hemmschwellen abbauen und mögliche Wege ins Berufsleben aufzeigen. Als Partner konnten sie wie bereits im Vorjahr die amerikanische Firma Cisco gewinnen. Der weltweit führende Anbieter im IT-Bereich bietet seinen Angestellten mit dem jährlichen Time to give back-Tag die Gelegenheit, sich sozial zu engagieren.

Aus diesem Anlass besuchten auf Initiative des Alpener Cisco-Mitarbeiters Stephan Dormann acht Marketing- und Netzwerkexperten die Flüchtlingseinrichtung am Passweg. "Wir haben sehr viel Erfahrung mit kleinen, mittelständischen und großen Betrieben. Wir möchten den Menschen die grundlegenden Dinge vermitteln: Wie verhalte ich mich in Deutschland, wie verkaufe ich mich, wie baue ich mir ein persönliches Netzwerk auf?", erzählt der Vertriebsleiter. Begabungen erkennen, Selbstbewusstsein schaffen und am Ende des Tages eine überzeugende Bewerbung verfassen: So lauteten die Ziele.

Als Symbol übergab Dormann den 15 Teilnehmern einen USB-Stick in Form eines Schlüssels. "Darauf kommt eure Bewerbung, den tragt ihr immer bei euch. Er soll euch das Bewusstsein vermitteln: Ich habe eine Chance, da drauf steht alles, was ich kann. Aber wir sind auch weiterhin für euch da, vermitteln Kontakte oder führen Gespräche mit Personalabteilungen", versprach Dormann. In kleinen Gruppen waren die CISCO-Mitarbeiter darum bemüht, die Fähigkeiten und Wünsche der Teilnehmer auszuloten. Der zentrale Satz an diesem Tag lautete: Es geht um dich und was du zu bieten hast.

Marketing-Expertin Nadine Jeschny machte deutlich, worauf es ankommt: "Fühlt euch nicht als Flüchtling und bewerbt euch nicht als Flüchtling, denn niemand soll euch aus Mitleid einstellen. Sagt euch stattdessen: Ich habe Stärken, und die möchte ich heute verkaufen." Was Bewerbungen betrifft, sind neben einer deutlichen Struktur deshalb auch die richtigen "Verkaufsargumente" gefragt, weiß Stephan Dormann: "Setzt Highlights in eure Bewerbung. Einem Bademeister braucht ihr nicht zu erzählen, dass ihr schwimmen könnt, das kann der selber. Wenn ihr ein Handy in einer fremden Sprache bedienen und verkaufen könnt, weckt ihr Interesse." In einer kurzen Vorstellungsrunde wurde deutlich, dass die Teilnehmer diesen Ansatz schnell verinnerlicht hatten. "Ich bin hilfsbereit, arbeite gerne mit anderen zusammen und kann sehr gut kochen" erklärte etwa Salem aus Eritrea. Fehlt am Ende noch eine große Portion Geduld. "Hundert Bewerbungen sind völlig normal. Man muss kämpfen. Heute bietet sich eine gute Gelegenheit, das zu lernen", sagte Patrick Depuhl, Vorsitzender des Flüchtlingshilfe Vereins.

Quelle: RP
 
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