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Rheinberg
Fischmarkt-Hotel erst im November fertig

Rheinberg: Fischmarkt-Hotel erst im November fertig
Diese Animation zeigt, wie die Zimmer aussehen werden: insgesamt recht geräumig und schick eingerichtet. FOTO: Fischer, Armin (arfi)
Rheinberg. Erst sorgten die Archäologen für eine zeitliche Verzögerung, jetzt erwies sich das eingegliederte Haus Nummer 5 - ehemals Eiscafé - als krasser Sanierungsfall. Gespräche mit möglichen Pächtern von Hotel und Restaurant laufen. Von Uwe Plien

"Bauen im Bestand ist jeden Tag eine neue Wundertüte mit vielen Überraschungen", sagt Architekt Martin Hebgen. Er spricht aus Erfahrung: Hebgen hat für den Rheinberger Unternehmer und Investor Franz-Walter Aumund das "Hotel am Fischmarkt" im Herzen von Rheinberg geplant und begleitet den Baufortschritt Tag für Tag. Mehr als zwei Jahre nach Baubeginn schreitet der Hotelbau nun allmählich seiner Fertigstellung entgegen. "Es wird allerdings November", unterstreicht der Architekt. Denn nach der ersten, gut halbjährrigen Verzögerung durch die Archäologen folgte später eine weitere böse Überraschung: Das Haus Fischmarkt Nummer 5 - ehemals Eiscafé San Marco - erwies sich als krasser Sanierungsfall.

Zur Erinnerung: Aumund kaufte die Häuser Fischmarkt 2, 3 und 4 (ehemals Ratskeller, Pizzeria und Fotogeschäft), die alle im 17. Jahrhundert errichtet wurden. Später kam auch das Haus Nummer 5 hinzu, allerdings führte das Eiscafé seinen Betrieb zunächst weiter. Mit zeitlicher Verzögerung wurde dann auch dieses vierte Gebäude in Angriff genommen.

Blick aus dem Herzen des ehemaligen Eiscafés San Marco auf die Kuppel des Alten Rathauses. Hier entsteht die Lobby des Hotels mit Rezeption. FOTO: Armin Fischer

"Die bauliche Substanz war deutlich schlechter als erwartet", sagt Martin Hebgen. "Dadurch rückt die Fertigstellung noch einmal drei bis vier Monate nach hinten und die Kosten für den Investor steigen natürlich erheblich." Wie bei den anderen drei Häusern ist auch bei Nummer 5 die Fassade denkmalgeschützt. Hebgen: "Die Wand zum Nachbargebäude hat nur eine Stärke von 11,5 statt 24 Zentimeter, und der hintere, in den achtziger Jahren errichtete Gebäudeteil, hatte keine Fundamente, nur eine etwa 30 Zentimeter dicke Betonplatter." Im oberen Bereich musste das Gebäude mit Stahlträgern gesichert werden.

Auf der Baustelle wird intensiv gearbeitet. "Bis zu zehn Stunden am Tag", so der Architekt, "auch samstags." Gestern waren am Fischmarkt 46 Leute beschäftigt: Fliesenleger, Maler, Trockenbauer, Lüftungstechniker, Heizungs- und Sanitärleute, Elektriker und Maurer.

Ins alte "San Marco" kommt die Hotellobby mit Rezeption und Raucherlounge. Gestern gossen die Bauarbeiter drei runde Stützpfeiler. Haus Nummer 4 wird die Küche beherbergen, dort wird bereits gefliest. Fischmarkt 3 und 4 bieten Raum für Frühstücksraum und Bistro, und der ehemalige Ratskeller (Fischmarkt 2), wird sich nach Neueröffnung gar nicht so sehr von der bisherigen Gastronomie unterscheiden.

Mit dem Unterschied allerdings, dass sich hinten ein 210 Quadratmeter großer, durch mobile Trennwände unterteilbarer Saal für bis zu 200 Personen anschließt. Tagungen können dort ebenso abgehalten werden wie Feiern. Die Beamer werden mit eingebaut und können in den Decke versenkt werden.

Mehrere Kilometer Elektro- und Datenleitung sind im Hotel verbaut worden, noch ragen die Strippen aus Decken und Wänden. "Aber", so Martin Hebgen. "Wir kommen jetzt zügig voran." Wer die 37 Zimmer (24 Komfort-Zimmer mit einer Größe von 21 bis 30 Quadratmetern sowie 13 Superior-Zimmer, teilweise mit Dachterrasse, 35 bis 39 Quadratmeter groß) sieht, kann sich bereits vorstellen, wie sie eingerichtet aussehen werden. Im Neubau mit großen Fenstern und entsprechend viel Licht, mit Parkettboden und schickem Interieur. Schließlich soll das "Hotel am Fischmarkt" in Rheinberg das erste Hotel am Ort sein, wie Imke Opgen-Rhein von der Aumund-Immobilienabteilung hervorhebt: "Das Hotel gehört in die Kategorie Drei Sterne plus, ist aber faktisch ein Vier-Sterne-Hotel", sagte sie.

Wie viel sich Aumund den Schmuckbau genau kosten lässt, verrät er nicht. Von einem "guten zweistelligen Millionen-Betrag" ist allerdings die Rede. Wer Pächter von Hotel und Restaurant wird, steht noch nicht fest: "Wir haben allerdings die ersten Bewerbungen vorliegen, die Gespräche laufen", so Imke Opgen-Rhein.

Quelle: RP
 
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