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Rheinberg
Flüchtlinge machen die Stadt sauber

Rheinberg: Flüchtlinge machen die Stadt sauber
Anleiter Welid Salem, Martin Tomberg und Rosemarie Kaltenbach (2., 3. und 4. v.l.) mit dem neuen "R(h)ein Team": Oluwaseun John Adeniyi aus Nigeria, Ibrahima Balde aus Guinea, Fowaz Edris, Musugun Kidane und Zenawi Halemkial aus Eritrea, Hassan Farah Ahmed aus Somalia, Aflaton Sheikhe, Alothman Yaser und Mohamed Zakzak aus Syrien und Karwan Hama Sharif aus dem Irak. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Rheinberg ist erste Kreis-Kommune im Integrations-Programm der Arbeitsagentur. DLB beschäftigt jetzt 15 Flüchtlinge. Von Uwe Plien

Aflaton Sheikhe stammt aus Syrien. Vor einem Jahr kam der 28-Jährige als Flüchtling nach Rheinberg und lebt seither in der städtischen Unterkunft am Melkweg. Seine Eltern waren in Syrien Landwirte. Von daher hat auch er einen "grünen Daumen". "Bisher konnte ich nicht arbeiten. Das war langweilig. Jetzt freue ich mich auf die Arbeit", sagt der junge Mann.

Aflaton Sheikhe ist einer von aktuell zehn Flüchtlingen aus Somalia, Eritrea, Irak, Syrien, Guinea und Nigeria, die in ein Integrationsprogramm ("FIM" - Förderung sogenannter externer Flüchtlingsmaßnahmen) der Bundesagentur für Arbeit aufgenommen wurden. "Fünf weitere sind genehmigt und kommen noch dazu", sagt Rosemarie Kaltenbach, die sich in doppelter Hinsicht freut: als Leiterin des Dienstleistungsbetriebs (DLB), wo die neuen Mitarbeiter eingesetzt sind, und gleichzeitig als Sozialdezernentin. "Es handelt sich in erster Linie um ein Programm zur Integration", sagt Kaltenbach. "Und bei der Arbeit lernt man die deutsche Sprache bekanntlich am schnellsten."

Das "R(h)ein Team" - zu erkennen an den knallgelben Arbeitsanzügen - wird ab Dienstag im Stadtgebiet unterwegs sein. Im neu angeschafften Citroen-Transporter schwärmen sie aus, zunächst nach Orsoy, um Laub zu fegen oder Spielplätze sauberzuhalten. Ausgestattet sind die jungen Männer, von denen noch keiner als Asylbewerber anerkannt ist, mit einem "Space-Liner" (Mülltonnen auf einer Karre), mit Spaten, Besen, Laubbläser und Heckenschere. "Die Truppe soll in der Stadt Etliches abarbeiten, was wir sonst nicht schaffen würden", macht Kaltenbach deutlich.

Als Anleiter wurde zum 1. September Welid Salim eingestellt. Der 37-jährige Xantener ist verheiratet, hat vier Kinder, stammt aus dem Libanon, kam vor 27 Jahren nach Deutschland, ist gelernter Gas-, Wasser- und Heizungsinstallateur, arbeitete die vergangenen sechs Jahre als Gärtner und spricht vier Sprachen: Arabisch, Türkisch, Deutsch und Englisch. Ein Glücksfall also, dass er sich auf die ausgeschriebene Stelle beworben hat.

"Ich werde mit einem Sechser-Team unterwegs sein", sagt Salim. Die anderen Mitarbeiter machen sich derweil auf dem DLB-Gelände an der Bahnhofstraße nützlich, sollen beispielsweise in anderen Teams mitarbeiten und herausfinden, wo ihre Fähigkeiten liegen. Die Stadt Rheinberg hat sich extrem früh um die Teilnahme am Programm beworben und den Zuschlag bekommen. "Wir waren die Ersten im Arbeitsagenturbezirk Wesel/Kleve", unterstreicht Martin Tomberg vom Sozialamt der Stadt.

Zwei Jahre läuft die Maßnahme, die Teilnehmer bleiben sechs Monate, dann wird gewechselt. Sie arbeiten 30 Stunden pro Woche und bekommen zusätzlich zu ihren Bezügen 80 Cent pro Stunde. "Das ist nicht viel", gibt Rosemarie Kaltenbach zu. "Aber die Teilnehmer haben die Chance, durch ihre Arbeit ein Praktikum oder vielleicht sogar eine Ausbildungsstelle zu bekommen."

Quelle: RP
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