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Rheinberg
Frank Tatzel: Jetzt stehen Gespräche an

Rheinberg: Frank Tatzel: Jetzt stehen Gespräche an
Geschafft! Frank Tatzel jubelt am Sonntagabend in der Stadthalle. Gestern erreichte den neuen Bürgermeister eine Flut von Glückwünschen. FOTO: Ostermann
Rheinberg. Der neu gewählte Rheinberger Bürgermeister wird voraussichtlich in der Ratssitzung am 3. November vereidigt. In die CDU will er vorerst nicht eintreten, aber Präsident des TuS Rheinberg möchte er bleiben. Von Uwe Plien

Der Tag danach fing für Frank Tatzel früh an. "Ich hatte wie immer morgens um halb sechs das Frühstück fertig", sagt der frisch gewählte Bürgermeister. "Mein Sohn musste schließlich zur Schule, eine wichtige Bio-Klausur schreiben." Das Leben im Hause Tatzel ging also normal weiter, auch wenn der überragende Wahlsieg am Vorabend in der "Alten Apotheke" kräftig gefeiert wurde.

Kneifen musste er sich nach dem Aufwachen gestern Morgen nicht; er musste sich auch nicht vergewissern, dass das alles kein Traum war. Tatzel: "Man musste ja damit rechnen, ich war ja nicht in der Außenseiterrolle. Aber es ist schon ein komisches Gefühl, jetzt Bürgermeister zu sein. Das macht einen ehrlich gesagt auch ein bisschen stolz." Das Amt sei ohne Zweifel eine große Herausforderung. Nicht nur für ihn, sondern auch für seine Familie.

Wie geht es nun weiter? Amtsinhaber Hans-Theo Mennicken wird am 18. Oktober in der Stadthalle offiziell verabschiedet, am 20. Oktober hat er seinen letzten Arbeitstag. Das bedeutet: Am 21. Oktober beginnt Tatzels Amtszeit. Wann genau seine Vereidigung stattfindet, steht noch nicht endgültig fest. Wahrscheinlich ist es in die Ratssitzung am 3. November, weil die Sitzung am 20. Oktober noch in Mennickens Amtszeit fällt.

Die Vereidigung, so erklärt Maike Lange von der Stadtverwaltung, werde auch nicht vom Amtsvorgänger, sondern vom ehrenamtlichen Bürgermeister, also von Peter Maaß, vorgenommen. Wobei diese Vereidigung als eine symbolische Handlung zu sehen sei. Maike Lange: "Sie ist nicht entscheidend. Herr Tatzel ist vom Moment der Wahlannahme an voll verantwortlicher und handlungsfähiger Bürgermeister."

Die nächsten Wochen will Frank Tatzel dazu nutzen, viele Gespräche zu führen. "Ich möchte mich auf jeden Fall mit Hans-Theo Mennicken zusammensetzen", so der 49-Jährige. "Und natürlich müssen wir über die Aufgabenverteilung im Verwaltungsvorstand reden." Das wird mit den Beigeordneten abzustimmen sein. In erster Linie wohl mit der Beigeordneten Rosemarie Kaltenbach. Denn der Zuschnitt des Technischen Beigeordneten Dieter Paus wird nicht verändert werden. Dass auch die Politik dabei ein Wörtchen mitzureden hat, ist Frank Tatzel bewusst.

In die CDU will der Wallacher übrigens vorerst nicht eintreten. "Ich bin als Parteiloser bis 2020 gewählt worden und bis dahin werde ich auch parteilos bleiben. Alles andere wäre sonst nicht ehrlich." Ein CDU-Parteibuch nach 2020 - das will Tatzel nicht ausschließen.

In den nächsten Wochen und Monaten werden sich auch andere Veränderungen für Tatzel ergeben. So will er den Vorsitz in der Werbegemeinschaft Rheinberg - er ist seit 17 Jahren 1. Vorsitzender - zeitnah abgeben. "Wann, das werden wir nach dem Kastanienfest am 11. Oktober entscheiden", sagte er. "Spätestens bei der Jahreshauptversammlung im Februar."

Unterdessen möchte Tatzel weiterhin Präsident des TuS 08 Rheinberg bleiben. "Ich habe den Verein vor drei Jahren übernommen und möchte den Vorsitz auch während meiner Amtszeit als Bürgermeister behalten. Man muss sehen, wie sich das darstellen lässt. Ich weiß, dass einige das skeptisch sehen, aber ich bin eben nicht immer für die einfachste Variante."

Quelle: RP
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