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Alpen
Freier Internet-Zugang im Dorf soll Alpen attraktiver machen

Alpen. Volksbank Niederrhein finanziert Basis für das Freifunknetz. Bürgermeister wirbt um Partner. Werbering-Chef Paduch hat Bedenken. Von Bernfried Paus

Als "wichtigen Baustein für die Attraktivität unseres Ortskerns" hat gestern Bürgermeister Thomas Ahls das Projekt "freies W-Lan" bezeichnet. Freier Zugang zum Internet für jeden an jedem Punkt im Dorf sei ein Schritt in die Zukunft - vor allem für jüngere Menschen, begründete der Bürgermeister das Engagement im Rathaus.

Damit die Initiative Erfolg hat und das Netz möglichst engmaschig wird, braucht es noch Unterstützer, die einen Router bei sich ans Netz anschließen. Dafür wirbt der Flyer "Alpen begeistert", der im neuen, modernen Design der Gemeinde mit dem Plopp daherkommt. Von dem Projekt ist Guido Lohmann, Chef der Volksbank Niederrhein, total überzeugt. Sein Haus finanziert 50 Router, die Basis für das freie Ortsnetz. Einer kostet 50 Euro und wird gratis abgegeben an die, die mit am Freifunknetz für alle stricken wollen. Lohmann lobte den Ansatz, mit dem Angebot "den Ortskern einer prosperierenden Gemeinde" weiter zu stärken. "Wir betrachten das als ein Stück Wirtschaftsförderung", so der Bank-Chef.

Drei Router arbeiten inzwischen im Rathaus. Fast ein weiteres Dutzend Anfragen lägen vor, so André Emmerichs von der Verwaltung. Auch an der Tennishalle, Sammelunterkunft für Flüchtlinge, ist der Weg ins weltweite Netz inzwischen frei und ermöglicht den Bewohnern, Kontakt mit der Heimat zu halten. Um keine lästigen Löcher im Freifunknetz zu haben, setzt man im Rathaus auch auf den Werbering. "Wir brauchen Partner", so Ahls. Werbering-Vorsitzender Werner Paduch ließ aber gestern noch eine gewisse Zurückhaltung erkennen. Er berichtete von der Sorge von Ladenbesitzern, dass Gruppen junger Flüchtlingsmänner, die sich vor der Ladentür sammeln, um sich ins Internet einzuklinken, Kundschaft abhalten könnten.

Ahls und Lohmann warnten entschieden davor, in Facebook-Kommentaren verbreiteten Stimmungen nachzugeben. Sie plädierten, für die Integration der Flüchtlinge Flagge zu zeigen. Guido Lohmann sagte: "Diese Menschen lassen auch Geld im Ort." Der Bürgermeister versuchte die Bedenken der Kaufleute zu entkräften, indem er darauf hinwies, dass ein engmaschiges Freifunknetz Nutzer auf den ganzen Ortskern verteile. Somit würden Ansammlungen, die es in der Vergangenheit an der Sparkassen-Filiale gegeben habe, verhindert.

Das Andocken der Router ans eigene Netz sei technisch kein Problem. Fachlichen Rat geben Theo Zucic (CSA, Poststelle) und Alexander Kröll (SysXperts), die in ihren Geschäften mit gutem Beispiel vorangehen.

Der Bürgermeister kündigte an, dass sich für rund 5000 Alpener abzeichne, dass sie in absehbarer Zeit aus dem Datenloch auftauchen. Dann falle es leicht, ein paar Mbit/s für den Freifunk abzuzweigen.

Quelle: RP
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