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Rheinberg
Frohe Weihnachten: Wegekreuz an historischem Ort

Rheinberg. Das neue Wegekreuz steht an einem für die Rheinberger Stadtgeschichte markanten Punkt: da, wo die Kamper Straße und die kleine Weberstraße zusammenlaufen - in einer Flucht, in der einst kleine, urige Häuser standen und von wo aus man einen wunderbaren Blick auf die bereits 1422 urkundlich erwähnte Roßmühle hat. Sie war zeitweilig die einzige Mühle innerhalb des alten Stadtkerns. Von Uwe Plien

Der Verein, der dieses Wegekreuz aufgestellt hat, ist ebenfalls ein echtes Unikum. "Frohe Weihnachten" heißt der 1963 ins Leben gerufene Herren-Club, dem unter anderem Alt-Bürgermeister Hans-Theo Mennicken angehört. Zusatz: "Verein zur Pflege des Brauchtums und der Geselligkeit von 1963". Präsident ist Karl-Heinz Eickers.

Die damals jungen Kerle suchten eine Gelegenheit, sich am zweiten Weihnachtstag mal von der Familie absetzen zu können und sich auf ein Bierchen in der seinerzeit überwiegend von jungen Leuten besuchten Gaststätte Gardemann an der Orsoyer Straße treffen zu können. Man habe die ganze Vereinsmeierei ein wenig auf die Schüppe genommen, sagte Mennicken jetzt in seiner Rede: "Wir haben beispielsweise die Generalversammlung immer Gründonnerstag abgehalten." Wirtin Anni Gardemann hatte die Tische dann stets passend zum Vereinsnamen mit kleinen Tannenbäumchen geschmückt. Mitunter ging es aber auch ernst zu; dann haben die Weihnachtsmänner etwa für einen guten Zweck gesungen.

Vor rund fünf Jahren kam die Idee auf, die Tradition der Heiligenhäuschen aufzugreifen. Vor zwei Jahren kristallisierte sich dann der Plan heraus, ein Wegekreuz aufzustellen. An der Ecke Weberstraße/Kamper Straße war ein geeigneter Platz gefunden, die Stadt verpachtete es, im Gegenzug wird sich der Verein um die Pflege kümmern. Der DLB war behilflich, zudem gab es Unterstützung von Tischler Klaus Wittmann und Bernd Evers, die ein Schild beisteuern, das noch angebracht wird. Die "Frohe Weihnachten"-Mitglieder Engelbert Keuken (Schreiner) stellte ein Kreuz aus Eichenholz, Ernst Vormelker (Zimmermeister) eine große Eichenplatte zur Verfügung. Die Fläche wurde gepflastert, eine Bank aufgestellt, eine Nachbarin stiftete dafür sogar zwei Kissen. Nun wurde das Wegekreuz von Kaplan Dino (St. Peter) eingesegnet. Pastor Udo Otten (Evangelische Kirchengemeinde Rheinberg) sprach von Bewegung, Begegnung und Besinnung - diese drei Dinge fielen ihm ein, wenn er an ein Wegekreuz denke. "Das ist hier ein anachronistischer Ort", sagte er. "Ein Ort, der extra geschaffen worden ist, um mal zu sich zu kommen." Für die Stadt bedankte sich Bürgermeister Frank Tatzel für das Engagement: "Dieser Platz ist eine Bereicherung für Rheinberg."

Quelle: RP
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