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Alpen
Froschkönig buhlt mit einem CD-Player

Alpen: Froschkönig buhlt mit einem CD-Player
Eine kunterbunte Gesellschaft: Auch das Bühnenbild und die Kostümen machten die Aufführung des Alpener Laienspiels zum Hochgenuss. FOTO: Armin Fischer
Alpen. Altes Märchen modern auf die Bühne gebracht: viel Beifall für das Alpener Laienspiel. Es folgte eine zweite Aufführung. Von Sabine Hannemann

Erneut schafft es das Alpener Laienspiel mit seiner Aufführung, Generationen in den Bann zu ziehen. "Der Froschkönig" feierte eine klasse Premiere. Als Vorlage dient das Grimmsche Märchen, doch dieser märchenhafte Stoff wurde mit viel Kreativität ins 21. Jahrhundert katapultiert.

Walter Kühn führte Regie und war zugleich als Hofmarschall Horatio zu erleben. Der Froschkönig ist Teil der modernen Welt - mit CD-Player und von Plitsch-Platsch (Hans-Jörg Theißen) upcycelten Utensilien. Der Wassermann baut aus Wohlstandsmüll, der sich in Mengen in seinem Brunnen befindet, ein Geschenk für die recht wählerische Prinzessin Christina (Bianca Heier).

Das junge Publikum in Reihe eins tauft diese Puppe spontan auf Horst-Kevin. Mit dem goldenen Ball, Lieblingsspielzeug der Prinzessin, nimmt alles seinen bekannten Lauf. Für modernen Touch sorgt allerdings der Frosch Quakulus (Daniel Graefenstein), der jede Menge Dinge mit der Nixe Aquarelle (Kristin Latzet) ausheckt. Alle wollen zum Schloss, um mit Prinzessin Christina Geburtstag zu feiern.

Quakulus darf Freunde mitbringen, wie Christina versprochen hatte. "Versprochen ist versprochen", so der grüne Hüpfer. Als alle vorm Schloss stehen, um "Happy Birthday" zu singen, heißt es nur: Ein Frosch steht vor der Tür mit seiner ganzen Wohngemeinschaft.

Was die Szenen so sehenswert macht, sind flotte Sprüche und Alltäglichkeiten, mit denen das Ensemble beim Publikum punktet. Die Gebrüder Grimm kannten keinen wasserdichten CD-Player und auch keine Mousse au Chocolat mit Schlagsahne. Andererseits werden junge Theaterbesucher geschickt ins Geschehen einbezogen. Scheu vor der Bühne und seinem Spiel gibt es nicht.

Das Ensemble überzeugt durch Spielfreude. Auf die Details wird Wert gelegt, damit das Märchen zum Erlebnis wird. Der Anspruch, Alt und Jung gleichermaßen zu erfreuen, wird eingelöst. Dazu trägt die geschickte Inszenierung bei, die auf der Bühne ganz kniffelige Szenen löst. Froschkönig (Daniel Graefenstein) trägt eine Maske, die in den Proben noch den Schweiß rinnen ließ. Bei der Premiere scheint auch dafür die Lösung gefunden worden zu sein. Die lässt ihn in seinem Kostüm durchweg überzeugend agieren. Die verschiedenen Bühnenbilder mit Brunnen- und Parkelementen wie auch dem Thronsaal - alles wieder Marke Eigenbau - passen und lenken die Aufmerksamkeit aufs Spiel.

Das Publikum spendete begeistert Beifall. Am Sonntag, 29. November, 16 Uhr, sind Quakulus und die Prinzessin samt Gefolge nochmals im Schulzentrum zu erleben.

Quelle: RP
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