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Rheinberg
Frühstück mit der Landesmutter

Rheinberg: Frühstück mit der Landesmutter
Hannelore Kraft (im grünen Blazer) sucht nach ihrer Ankunft auf dem Marktplatz das Gespräch mit den Rheinbergern. Mittendrin: SPD-Bürgermeisterkandidatin Rosemarie Kaltenbach (mit rotem Schal) FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Die SPD-Landesvorsitzende und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat gestern SPD-Bürgermeister-Kandidatin Rosemarie Kaltenbach besucht. Sie sprach über die Flüchtlingsproblematik und besuchte die Artlon-Ausstellung. Von Uwe Plien

Sie kam, lächelte, sprach - und gab sich größte Mühe, trotz aller Probleme im Land viel Optimismus zu versprühen. Hannelore Kraft besuchte gestern - als SPD-Landesvorsitzende, nicht als Ministerpräsidentin - ein Wahlkampf-Frühstück des SPD-Ortsvereins vor der Geschäftsstelle am Großen Markt. Die Landesmutter möchte Rosemarie Kaltenbach im Bürgermeister-Wahlkampf unterstützen.

Die schwarze Audi-Limousine fährt auf die Minute pünktlich um 8.45 Uhr vor. Hannelore Kraft steigt aus, schlendert entspannt über den Markt. Schüttelt Hände, begrüßt viele der rund 100 Rheinberger, die vorbeigekommen sind, und spricht bestens gelaunt einen kleinen Jungen auf einem Kinderfahrrad an: "Na, wer bist du denn?"

Rosemarie Kaltenbach schließt der prominente Gast in die Arme. "Ich möchte, dass sie Bürgermeisterin dieser schönen Stadt wird", wird sie später im RP-Interview sagen. Tipps für den Wahlkampf will sie ihrer Parteifreundin nicht geben. "Das braucht sie nicht. Sie weiß selbst, dass es darauf ankommt, vor allem menschlich zu sein."

Rosemarie Kaltenbach gesteht, etwas nervös zu sein. Schließlich geht es um was. Sie stellt das ehrenamtliche Engagement ins Zentrum ihrer Rede. Beispielhaft geht sie auf drei Organisationen in dieser Stadt ein. "Weil die eine besonders große Aktualität haben", wie Rosemarie Kaltenbach sagt. "Ich möchte darauf aufmerksam machen, was hier ehrenamtlich geleistet wird." Die Arbeit der MAP-Festivalmacher, des Stadtsportverbandes und der Flüchtlingshilfe skizziert sie kurz.

Deutlich sagte sie: "Bei der Betreuung der Flüchtlinge stoßen wir an unsere Grenzen." Hannelore Kraft nimmt den Faden auf und spinnt ihn weiter. "Niemand geht einfach so aus seinem Heimatland weg. Dazu gehört ein immenser Leidensdruck. Deshalb müssen wir diese Menschen willkommen heißen." Auch das Land und die Bezirksregierung arbeiteten am Limit. "Aber wir schicken die Menschen nicht einfach ins Land."

Jeder freie Raum werde nun gebraucht, und die Asylverfahren müssten dringend verkürzt werden. Argumente wie "Das Boot ist voll" lasse sie nicht gelten. Kraft: "Wir bekommen in diesem Jahr in NRW 200.000 Flüchtlinge. Liebe Leute, wir sind 17 Millionen. Das werden wir doch wohl schaffen!" Zwischendurch erreicht sie die Nachricht, dass SPD-Legende Egon Bahr gestorben ist. Sie bittet die Zuhörer um eine Gedenkminute.

Die Zeit reicht noch für ein schnelles Frühstück unter freiem Himmel, das die SPD-Frauen um die Vorsitzende Brigitte Prumbohm liebevoll vorbereitet haben. Für Hannelore Kraft haben sie sogar extra glutenfreies Brot beschafft. Nach einem kurzen Blick in die Underberg-Sammlung im Alten Rathaus ließ sich die Landesvorsitzende von MAP-Mitorganisator Manuel Kutz durch die Artlon-Kunst-Ausstellung im alten van-Gember-Speicherhaus führen. Für die Arbeit der Kulturinitiative hatte sie viel Lob übrig.

Nach eineinhalb Stunden ist der Besuch beendet. Zurück bleibt eine SPD, die sich von Hannelore Krafts Optimismus gerne anstecken lässt. "Wir freuen uns, dass sie hier war", sagt Ortsvereinschef Jürgen Madry,.

Quelle: RP
 
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