| 00.00 Uhr

Alpen
Fünf-Jahresplan für 23 Brücken in Alpen

Alpen: Fünf-Jahresplan für 23 Brücken in Alpen
Andreas Jansen von der Gemeinde Alpen (li.) bespricht mit Vorarbeiter Omar Jamil (Mitte) und Frank Bünnerichvon der Firma STH in Siegen das Vorgehen an der Brücke in Veen. FOTO: Armin Fischer
Alpen. Von den 27 Brücken im Gemeindegebiet in Alpen sind 23 schadhaft. Die Sanierung verschlingt deutlich mehr als eine halbe Million Euro. Aktuell ist das Bauwerk auf der Kirchstraße an der Reihe. Es folgt die Brücke auf der Dorfstraße. Von Bernfried Paus

Brücken sind, wenn der Zahn der Zeit an ihnen nagt, kostspielige Anlagen. Ihre Ertüchtigung erfordert erhebliche Mittel. Und sie ist mit Behinderungen für den ausgebremsten Verkehr und somit häufig mit Ärger verbunden. Auch wenn der öffentliche Aufschrei im ländlichen Außenbereich weit weniger laut ausfällt als das beispielsweise auf der A 1-Brücke über den Rhein bei Leverkusen der Fall ist. Das Dörfchen Veen nimmt es relativ gelassen hin, dass sich unmittelbar nach dem Schützenfest-Kehraus ein Bautrupp an der Brücke zu schaffen macht, die die Kirchstraße über die Veen'sche Ley auf die Xantener Straße führt. Hier geht für Autos erst frühestens Ende der nächsten Woche wieder was.

Dann wechselt der Brücken-Trupp einen guten Steinwurf weiter den derzeit üppig bewachsenen Entwässerungsgraben hoch zur Brücke an der Dorfstraße, die dann wieder fit gemacht wird. Die beiden knapp ein halbes Jahrhundert alten Bauwerke sind Teil des Sanierungsplans im Rathaus für die 27 Brücken im weiten Gemeindegebiet.

Für die Beseitigung der Schäden muss Kämmerin Andrea Wessel für die nächsten Jahre mehr als eine halbe Million Euro zur Verfügung stellen. Damit's die finanziell nicht mehr so üppig ausgestattete Kommune schultern kann, wurde die Ertüchtigung der schadhaften Brückenbauwerke zeitlich ein paar Jahre gestreckt.

Grundlage des Sanierungsplans ist die gesetzlich vorgeschriebene fachliche Prüfung der Brücken, die ein Weseler Experten-Büro vor zwei Jahren durchgeführt hat. Von den 27 Bauwerken seien nur vier schadlos gewesen, die anderen 23 hätten mehr oder weniger starke Mängel gezeigt, berichtet Andreas Jakobs vom Fachbereich Bauen. Vier Brücken sind im Fünf-Jahresplan inzwischen abgearbeitet.

"Das größte Problem sind die Wasserschäden", erläutert Jakobs. Im Laufe der Jahre käme es zu Undichtigkeiten, die Feuchtigkeit dahin lasse, wo sie Schaden anrichtet. Sichtbar würden sie an den Durchlässen für den Graben etwa durch Beton-Abplatzungen und Risse. Die würden nun ausgebessert. Wichtiger aber sei es, die Bauwerke wieder dichtzumachen. Daher müsse auch auf der Kirchstraße die Fahrbahn aufgenommen und von Grund auf saniert werden - Fahrbahn und Gehweg. Damit für die nächsten Jahre wieder Ruh' ist.

In den nächsten Wochen kommt, wenn's das Wetter zulässt, Asphalt auf die Operationswunde. Danach läuft's hier wieder wie gewohnt. Anton Gietmann (80), Ehrenmitglied im Förderverein Haus der Veener Geschichte, besucht die Baustelle vor seiner Haustür bisweilen und erinnert sich dann an die Zeit Anfang der 50er Jahre, als hier noch ein schlichter Holzsteg für den Brückenschlag über die Ley gesorgt hat - für Fußgänger und Pferde. Von der "Fina-Brücke", im Volksmund benannt nach dem Hof jenseits des Dorfes, gebe es im Fundus des Heimathauses noch ein altes Foto.

Unterdessen wird auch das seitliche Mauerwerk der aktuellen Brücke ausgebessert, neu verfugt und vom Efeu befreit. Ob die Heimatfreunde die Blumenkästen wieder aufstellen, um das Krähendorf noch schöner zu machen, weiß Jakobs nicht.

Nächste Station ist die Brücke auf der Dorfstraße - ein abgleiches Bauwerk. Auch die bleibt vier Wochenlang komplett gesperrt. Das wär's dann wohl - für dieses Jahr.

Die Vollsperrung Kirchstraße wird zurückgebaut. Die Dorfstraße wird mit Beginn der Folgewoche für rund vier Wochen gesperrt. Von Montag, 18. September, an ist die Haltestelle Veen-Molkerei nicht mehr anfahrbar. Betroffen ist auch der Busverkehr für die Lebenshilfe.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Alpen: Fünf-Jahresplan für 23 Brücken in Alpen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.