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Alpen
Geboren am 29. Februar

Alpen: Geboren am 29. Februar
FOTO: Ostermann, Olaf (oo)
Alpen. 2016 ist ein Schaltjahr - somit gibt es wie alle vier Jahre einen 29. Februar. Wir haben mit einigen dieser seltenen Geburtstagskinder gesprochen. Von Nicole Maibusch und Uwe Plien

Heinrich Tinnefeld gehört zu den "Glückskindern", die an einem 29. Februar geboren wurden. Am 29. Februar 1936. Streng genommen, feiert er somit nur alle vier Jahre Geburtstag. Streng genommen wird er heute also 20 Jahre - ein wahrer Jungspund also. "Ein wirklich knackiger Geburtstag", freut sich Tinnefeld und lacht. In jedem Knochen knacke es eben; aber er sei dankbar und zufrieden, es gehe ihm gut. Dass er nur in einem Schaltjahr Grund zum Feiern hat, ist ein gängiger Scherz, der den Bönninghardter schon seit Kindertagen begleitet. Gestört hat ihn diese Tatsache nie. "Ich hab's immer pragmatisch genommen", erzählt Heinrich Tinnefeld. Als seinen Geburtstag hat er einfach den letzten Tag im Februar definiert. Problem gelöst. Damit war auch die immerwährende Glaubensfrage nach Februar- oder Märzkind ausgeräumt. Dass Gratulationen im Vorfeld Unglück bringen, glaubt der Bönninghardter ohnehin nicht. Er bleibt dabei: "Es ist eben ,nur' ein Geburtstag".

Dass der doch etwas Besonderes ist, sei ihm nur einmal aufgefallen. Als er mit 18 Jahren in einer Bauunternehmung zu arbeiten begann, traf er auf einen Kollegen, der am selben Tag geboren worden war. Im selben Jahr. Danach hat Tinnefeld nie wieder einen "Schicksalsgenossen" getroffen. "Und so was vergisst man ja nicht", sagt der Jubilar, für den der 29. Februar in diesem Jahr ein fast normaler Tag ist. Gefeiert mit Familie, Freunden und Nachbarn wird später.

Drei 29.-Februar-Kinder: Reinhold Kisser aus Lüttingen (links, mit Sohn Noah) wird am Montag acht. Ihren 19. Geburtstag feiert Agnes Saecker aus Rheinberg, während Heinrich Tinnefeld aus Bönninghardt (rechts) wird 20. Das Foto rechts zeigt ihn mit seiner Großmutter. Damals war er "echte" 20 Jahre jung. FOTO: Arfi (3), Ost (Archiv)

Agnes Saecker feiert am Montag ihren 19. Geburtstag: Die Rheinbergerin wird 76 Jahre alt. "Vor vier Jahren hat meine Enkeltochter Louisa gesagt: ,Meine Oma wird volljährig'", erinnert sich Agnes Saecker und schmunzelt. "Und in vier Jahren werden wir beide 20."

Wenn kein Schaltjahr ist, feiert die Rheinbergerin, die seit Jahrzehnten Keramikkurse leitet und viele Jahre lang ehrenamtlich in der Jugendarbeit aktiv war, ihren Geburtstag am 28. Februar. Aus einem naheliegenden Grund: "Da hat mein Mann Geburtstag." An diesem seltenen 29. Februar Geburtstag zu haben, ist für Agnes Saecker nicht wirklich etwas Besonderes. Aber natürlich freute sie sich auf den heutigen Montag.

FOTO: Fischer, Armin (arfi)

Reinhold Kisser hat "tendenziell" eher im März Geburtstag. Das sagt der Xantener von sich selbst. Während für die meisten Menschen ihr Geburtsdatum keine Sache von "Tendenzen" ist, haben am 29. Februar-Geborene die Wahl, wenn kein Schaltjahr ist. Oder sie lassen wählen, quasi ganz demokratisch. Wie im Fall des gebürtigen Kamp-Lintforters. "Viele Verwandte, Freunde und Bekannte gratulieren mir am bereits am 28. Februar, noch mehr beglückwünschen mich allerdings erst am 1. März", erzählt Kisser, der heute sein 32. - also achtes - Lebensjahr vollendet.

Dass sein persönlicher Glückstag nur alle vier Jahre auf einem Kalenderblatt steht, hat Reinhold Kisser nie gestört. Schon als Kind fand er es durchaus attraktiv, nicht an einem 08/15-Tag das Licht der Welt erblickt zu haben. Aus zwei guten Gründen: Zum einen habe er sich aussuchen können, an welchem Tag er feiern wollte, zum anderen sei dieses Datum doch so einprägsam, dass es kaum jemand vergisst. Dabei war Reinhold Kisser zu Grundschulzeiten nicht der einzige, der nur alle vier Jahre einen "richtigen" Geburtstag hat. In seiner Klasse habe es einen weiteren Jungen gegeben, der am gleichen Tag im selben Jahr geboren worden war. Das war ein großes Hallo. Allein: Es sei und bleibe eben ein Geburtstag - auch wenn es mit 29. Februar ein doch eher außergewöhnliches Datum ist", findet Kisser.

FOTO: Fischer, Armin (arfi)

Zu verdanken hat er seinen "Feiertag" übrigens der Standhaftigkeit seines Vaters, denn dem wurde im Krankenhaus ein ganz seltsames Angebot gemacht. "Der Arzt hätte auf Wunsch meine Geburt tatsächlich bis zum 1. März hinausgezögert", sagt Reinhold Kisser und schüttelt den Kopf. Wäre 2015 ein Schaltjahr gewesen, hätten sich diese Ereignisse übrigens durchaus wiederholen können. "Meine Frau Susanne war für den 28. Februar ausgezählt", erinnert sich Reinhold Kisser. Doch Söhnchen Noah hat entschieden: Sein Geburtstag soll der 5. März werden.

Übrigens: 24 Rheinberger, sieben Alpener, sieben Sonsbecker und 13 Xantener Bürger haben am 29. Februar Geburtstag.

Quelle: RP
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