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Rheinberg
Gefahr für kleine Verkehrsteilnehmer

Rheinberg: Gefahr für kleine Verkehrsteilnehmer
Rosemarie Diepmann mit ihrer viereinhalbjährigen Enkeltochter Lana an der Ecke Orsoyer Straße/Kattewall. Eine Problem-Ecke, das ist auch im Stadthaus unbestritten. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Die Situation in der Rheinberger Innenstadt ist schon für erfahrene Verkehrsteilnehmer eine Herausforderung. Rosemarie Diepmann, Großmutter eines vierjährigen Kindergartenkindes, fordert mehr Rücksicht. Von Nicole Maibusch

Die Verkehrssituation in der Innenstadt bleibt ein echtes Ärgernis. Unlängst beschwerte sich ein Anwohner über die Raserei; RP-Leserin Genoveva Angerhausen monierte unter anderem die Situation im Bereich Orsoyer Straße/Kattewall. Vorfahrtsberechtigt ist hier die Straße Kattewall, die auf die Orsoyer Straße als Hauptverkehrsader führt. Exakt diese Ecke sei ein besonders neuralgischer Punkt, findet auch Rosemarie Diepmann. Als "unübersichtlich, verwirrend, verkehrstechnisch unglücklich gelöst - und nur mit einer gehörigen Portion Vorsicht zu bewältigen", so empfindet die 61-Jährige die Einmündung. Aus Kinderaugen betrachtet aber eine beängstigende Gefahrenquelle, betont Diepmann. Und längst nicht die einzige in der Innenstadt.

Seit rund einem dreiviertel Jahr begleitet Rosemarie Diepmann ihre Enkelin jeden Morgen zum Kindergarten St. Peter. Für die kurze Strecke vom Wohnort am Melkweg zum Kirchplatz nutzen beide das Fahrrad. Zunächst auf dem Radweg an der Rheinberger Straße, ab der Ecke Innenwall/Orsoyer Straße fährt Lana stadteinwärts wie in der Straßenverkehrsordnung festgelegt auf dem Gehweg. Oma Rosemarie radelt auf der Straße.

Zwar dürfte sie theoretisch als Begleitung ebenfalls auf dem Gehweg fahren, der ist aber in der Praxis viel zu schmal für zwei Radfahrer. "Das klappt auch recht ordentlich, allerdings fährt Lana mit ihren viereinhalb Jahren wie wahrscheinlich alle Kleinkinder noch etwas ungelenk", beschreibt die Großmutter. Erstes Hindernis: Zwei große Blumenkübel an einem Ladenlokal Orsoyer Straße, die den Gehweg verengen. Die beiden Pflanzenbehältnisse, bisweilen herumstehende Mülltonnen sowie auch Anwohner der Straße, die unvermittelt und hektisch auf den Bürgersteig treten, haben die vierjährige Lana bereits zum "Absprung" gezwungen. "Das gehört sicher dazu, wenn man Radfahren lernt", glaubt Rosemarie Diepmann, appelliert aber dennoch an alle, verstärkt auf die Belange aller kleinen Verkehrsteilnehmer zu achten. Lanas Unsicherheit im Zusammenspiel mit rücksichtslosen Autofahrern werde für den radelnden Knirps allerdings spätestens an der Ecke Orsoyer Straße/Kattewall zur echten Gefahr: In der Kurve verjüngt sich der Gehweg, zusätzlich erschwert hier oft eine Vielzahl abgestellter Fahrräder die Ein- und Übersicht. "Ich versuche die Kleine auf der Straße fahrend gegen Autofahrer abzuschirmen, die nicht nur zu schnell fahren, sondern zusätzlich noch die Kurve schneiden", beschreibt Rosemarie Diepmann das allmorgendliche Szenario. Dabei müsse sie aufpassen, dass allzu eilige Pkw-Fahrer nicht doch ein Überholmanöver einleiten.

Weiteres Problem: Der schmale Gehweg, der vorbei am Rossmann-Markt und dem dahinterliegenden Parkplatz bis zum Kindergarten führe. Hier gehe es bisweilen haarsträubend zu, sagt die Rentnerin. "Noch schlimmer gestaltet sich jedoch der Rückweg vom Kindergarten, weil viele, die auf der Orsoyer Straße unterwegs sind, schlicht die Vorfahrt missachten", beschreibt die Rheinbergerin. Deshalb nutze sie mit Lana mittlerweile den befestigten roten Fußweg hinter Kirche und Kindergarten. "Keine echte Alternative wegen der Steigung", ärgert sich Rosemarie Diepmann, für die es gemeinsam mit Lana in der Innenstadt immer wieder heißt: Runter vom Rad und schieben. Sicher ist sicher.

Im Ordnungsamt ist Rheinbergs "Problem-Ecke" wohlbekannt. "Ein Bereich, in dem wir auf ein rücksichtsvolles und vernünftiges Miteinander der Verkehrsteilnehmer setzen", sagt Wilhelm Weihofen. Dass es hier insbesondere in der Kurve für die Kleinen Verkehrsteilnehmer zu Problemen kommt, sei ihm allerdings neu. Derartige Beschwerden habe es noch nicht gegeben. "Wir werden aber ein Auge darauf haben und es prüfen", verspricht er. Gehwege zu versperren, sei schlicht verboten. Auch die Blumenkübel an der Ecke Innenwall/Orsoyer Straße hat die Stadt bereits im Blick. Diesbezüglich sei bereits eine Beschwerde eingegangen. "Das stellt in der Tat eine unzulässige Verengung des Bürgersteigs dar, das ist in Bearbeitung", bestätigt Robert Braun vom Fachbereich Tiefbau und Grünflächen der Stadt auf Anfrage.

Quelle: RP
 
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