| 16.10 Uhr

Rheinberg
Gentechnikfreie Zone beginnt in Veen

Rheinberg. VEEN (sabi) Viel Zeit investierten die Mitglieder der Ortsbauernschaft Veen in ihre Versammlung in der Gaststätte "Zur deutschen Flotte". Ausführlich wurde der Tagesordnungspunkt "Gentechnikfreie Region Unterer Niederrhein" behandelt. Im Mittelpunkt stand die Information zur Schaffung einer gentechnikfreien Region Unterer Niederrhein, die ihren Anfang in Veen nehmen kann, wie Karl-Heinz Ricken, Vorsitzender der Ortsbauernschaft, meinte. Nach einem einstündigen Filmbeitrag ("Gentechnik in Amerika") eröffnete er die Gesprächsrunde mit Dr. Bernd Lüttgens (RLV Bonn), Dr. Joachim Holz (Landwirtschaftskammer NRW), Hans-Gerd Giesen als Vertreter der Raiffeisen-Genossenschaft, sowie den Direktvermarktern Ruth Laakmann-Schreiber und Martin Wache aus Veen.

Gemeinsam wurden Chancen und Risiken für die örtlichen Betriebe erörtert, sich zur gentechnikfreien Region zusammenzuschließen. Dr. Holz warnte vor Horrorszenarien, die sich auf gesundheitliche Schäden von Verbraucherseite konzentrieren. "Fachlich gibt es keine Untersuchungen, die negative Auswirkungen feststellen." Dr. Lüttgens erörterte die Rahmenbedingungen, die eine gentechnikfreie Region erfüllen muss und die damit verbundenen bürokratischen Auflagen. Lückenlose Dokumentation sei eine der Voraussetzungen, so Lüttgens, wie auch ein in sich homogenes Gebiet.

Ruth Laakmann-Schreiber wie auch Martin Wache betonten, dass der Verbraucher dringend Transparenz wünsche. Die gerade zugelassene Gentech-Kartoffel "Amflora" sorge für Unruhe. "Eine Selbstverpflichtung ist ein Mimimalkonsens, in dem der Unterschreibende erklärt, kein gentechnisch manipuliertes Saatgut in den Produktionskreislauf zu bringen."

Bislang wurden über 40 Selbstverpflichtungserklärungen von biologisch wie konventionell wirtschaftenden Landwirten, Gärtnern und Imkern in der Region, sprich den Kreisen Kleve und Wesel, unterschrieben. "Ein positives Signal und 1400 Hektar Fläche", meinte Laakmann-Schreiber. Der erste Info-Abend mit diesem weitreichenden Thema konnte naturgemäß keinen Konsens finden, wie Ricken zum Ende der Veranstaltung feststellte. "Er könne aber zum Nachdenken anregen." Geplant sind weitere Aktivitäten und Informationsveranstaltungen.

Quelle: RP
 
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