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Rheinberg
Gesucht: Freiwillige, die den Flüchtlingen helfen

Rheinberg: Gesucht: Freiwillige, die den Flüchtlingen helfen
Diana Vierschilling ist Ehrenamtskoordinatorin in der Zentralen Unterbringungs-Einrichtung im alten Orsoyer Krankenhaus. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Die Soziologin Diana Vierschilling ist Ehrenamtskoordinatorin des DRK-Landesverbands in der ZUE in Orsoy. Es fehlen Sportschuhe. Von Uwe Plien

Früher Kranken-, heute Flüchtlingshaus. Seit Ende vergangenen Jahres ist das ehemalige St.-Marien-Hospital in Orsoy eine Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) des Landes. Derzeit leben im Krankenhaustrakt und im ehemaligen Schwesternheim rund 400 Menschen. Woher sie kommen? "Von überall her", sagt Andreas Stomps, Leiter der Einrichtung und Mitarbeiter der Bezirksregierung Düsseldorf. Syrer, Chinesen, viele Afrikaner - kaum eine Nation, die dort nicht vertreten ist.

Entsprechend wuselig geht es im Haus zu. Die ZUE ist wie ein Dorf für sich. Frauen und Männer kommen und gehen, Kinder laufen über die Gänge, die Atmosphäre ist gelöst, es wird freundlich gegrüßt.

400 Menschen, die - abgesehen von einigen Ein-Euro-Jobbern - nicht arbeiten können und folglich nicht viel zu tun haben: " Vor diesem Hintergrund ist es enorm wichtig, für einen geregelten Tagesablauf, für eine Struktur zu sorgen", berichtet Diana Vierschilling. Die junge Soziologin arbeitet seit März dieses Jahres als Ehrenamtskoordinatorin in der ZUE. Sie ist Mitarbeiterin des DRK-Landesverbandes Nordrhein, der für die Sozialbetreuung der Bewohner zuständig ist.

Eine vielschichtige Aufgabe, wie sie erzählt. "Ich bin zum Beispiel dafür da, ehrenamtliche Helfer zu finden und auszusuchen", so Diana Vierschilling. Zunächst müsse geklärt werden, wer wie und wo eingesetzt werden kann. Auch Fortbildungen werden koordiniert. Rechtliche Fragen sind zu klären: Was darf ein freiwilliger Helfer, was darf er nicht? Wer sind seine Ansprechpartner und wie lassen sich Probleme am besten lösen?

Die Koordinatorin nennt eine zweite Säule ihrer Arbeit: die Beschaffung und Verwaltung von Spendengeldern. Gespräche mit möglichen Sponsoren müssen gut vorbereitet werden. "Wir bekommen viele Sachspenden", so Diana Vierschilling. "Aber ich möchte zum Beispiel einen kleinen Kinderspielplatz auf dem ZUE-Gelände anlegen. Das kostet Geld."

Auch für die Sachspenden muss es klare Richtlinien geben. Manche Dinge kommen in Hülle und Fülle, andere sind immer zu knapp. "Vor allem gut erhaltene Sportschuhe in allen Größen", unterstreicht die Rotkreuz-Mitarbeiterin. "Viele möchten Fußball spielen, könnte das auch, haben aber nur FlipFlops." Der SV Orsoy erweist sich als kooperativ. Dort fand kürzlich ein Fußballspiel einer Mannschaft aus der ZUE Orsoy gegen ein Team aus der ZUE Duisburg-Neumühl statt. "Das kam gut an", so die Soziologin. "Viele Bewohner waren als Fans am Platz, die Menschen kamen mit anderen ins Gespräch." Der erste Schritt zur Integration.

Im Keller des alten Krankenhauses gibt es eine große Kleiderkammer. Ehrenamtliche räumen Hosen, Jacken oder T-Shirts ein und geben sie an die Bewohner aus. Andere Frauen und Männer machen sich in ihrer Freizeit in anderen Bereichen nützlich. Diana Vierschilling: "Einige geben Deutschkurse. Das lohnt sich, weil unsere Bewohner mittlerweile deutlich länger hier bleiben - oftmals vier Monate oder länger." Es gibt Sportangebote, eine Spielstube für Kinder, in der auch ZUE-Bewohnerinnen mit anpacken.

Im Kreativraum können Frauen nähen oder malen. Eine Musikgruppe ist in Vorbereitung, und im Pfarrheim Altes Zollhaus in Orsoy finden zuweilen Kochstunden statt - ganz bewusst außerhalb der Einrichtung. Diana Vierschilling: "Derzeit haben wir 35 Ehrenamtliche. Wir brauchen allerdings noch mehr. Jeder, der Lust hat, sich zwei oder drei Stunden pro Woche zu engagieren, kann sich gerne melden."

Kontakt: Diana Vierschiling, Telefon 02844 9057012, E-Mail: d.vierschilling@drk-bse.de (ab 25. August).

Quelle: RP
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