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Rheinberg
Gitarrenklänge - mal Melancholie, mal Lebensfreude

Rheinberg. Sebastian Bödeker und Rainer Schrecklinger spielten als Duo "Gitarre Plus" in der evangelischen Kirche in Rheinberg. Von Peter Gottschlich

Die Liebe zur Gitarre verbindet Sebastian Bödeker und Rainer Schrecklinger. Der 40-jährige Duisburger, der Lehrer an der Wallacher Grundschule war, bis er als Schulleiter nach Aldekerk wechselte, und der 37-jährige Mainzer kennen sich vom Peter-Cornelius-Konservatorium in Mainz, wo sie ihr Konzertexamen ablegten. Seit vier Jahren bilden sie das Duo "Gitarre Plus". Sie spielen nur Musik, die für Gitarre geschrieben wurde. So transportieren sie Emotionen, lassen die Luft mit Liebe und Lebensfreude, Sehnsucht und Melancholie vibrieren, wie am Samstag in der evangelischen Kirche Rheinberg.

Besonders im Tango vereinen sich diese Gefühle, die miteinander korrespondieren. So stand in der Mitte des Konzertes die Milonga Argentina, in der der argentinische Komponist Justo Tomás Morales den Rhythmus des Tangos aufgreift, der seinerseits von der Milonga, einem argentinischen Volkstanz aus dem 19. Jahrhundert, beeinflusst ist. Dabei ist das Gotteshaus an der Rheinstraße ein idealer Klangkörper für warme und herzzerreißende Gitarrenmusik. Das weiß Kirchenmusiker Michael Wulf-Schnieders, der in den meisten Jahren auch ein Gitarrenkonzert organisiert, zuletzt im September mit dem Duan Oravec.

Wie der Gitarrist aus Koblenz vor neun Monaten, spielten auch Sebastian Bödeker und Rainer Schrecklinger die Jongo von Paulo Bellinati. Darin verbindet der 67-jährige brasilianische Komponist, der in der Schweiz lebt, lateinamerikanische Romantik, mit Tango und Jazz. Weil ihm das so gut gelingt und die Gitarrenspieler ihr Saiteninstrument für einige Takte als Trommel einsetzen können, entwickelte sich die Jongo schnell zum Klassiker, nachdem sie 1988 den ersten Preis beim Gitarrenfestival auf der französischen Antilleninsel Martinique gewonnen hatte. Neben diesem modernen Klassiker präsentierten sie zwei weitere, die Pilze "Il funghetto" und den weißen Clown "Clown blanc" des französischen Komponisten Roland Dyens, der im letzten Jahr unerwartet mit 61 Jahren starb. Außerdem spielten sie frühromantische Stücke, etwa die Fantasia opus 54 des spanischen Komponisten Fernando Sor oder "Am Grabe der Geliebten" des ungarisch-österreichischen Komponisten Johann Kasper Mertz. So war ihnen der Applaus sicher, leider nur von 15 Zuhörern.

Zum nächsten Konzert lädt die evangelischen Kirchengemeinde Rheinberg am 18. Juni. An diesem Sonntag des Stadtfestes spielt der Rheinberger Akkordeonspielkreis ab 15 Uhr moderne Klassiker und schwungvolle Musik, bei der die Zuhörer auch mitsingen können. Der Eintritt ist frei. Das Konzert ist das erste in der neuen Reihe Kulturkonzerte, die die alte Reihe Kastanienkonzerte ablöst.

Quelle: RP
 
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