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Rheinberg
Gleichgewicht von Farben und Formen

Rheinberg: Gleichgewicht von Farben und Formen
Veronika Möllmann trägt mehrere Farbschichten auf die Leinwand auf und holt Verborgenes mit einer speziellen Kratztechnik wieder ans Licht. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. "Farbschichten" heißt die Ausstellung mit Bildern von Veronika Möllmann. Die 21 Bilder sind im Stadthaus noch bis Mitte April zu sehen - mindestens. Von Sassan Dastkutah

Das Stadthaus zieren derzeit viele bunte und fröhliche Farbtupfer. Veronika Möllmann präsentiert dort nämlich ihre ganz besonderen Farbwelten. Die Malerin stellt bis voraussichtlich Freitag, 15. April, 21 ihrer Bilder aus. Wahrscheinlich werde die Ausstellung "Farbschichten" aber verlängert, verriet sie im Gespräch mit unserer Redaktion.

Ihre Bilder tragen eine ganz eigene Signatur. Knallige Farben stechen dem Betrachter direkt ins Auge. Viele Farbschichten liegen übereinander. "Nachdem ich die Schichten aufgetragen habe, kratze ich mit dem Kratzwerkzeug Strukturen heraus", beschreibt die Künstlerin aus Moers ihre Technik. So schimmern unten liegende Farbschichten wieder hervor. Durch die spezielle Technik erinnern die Kunstwerke an Reliefs.

Besondere Farbintensität verleiht Veronika Möllmann ihren Bildern durch die natürlichen Temperefarben, die eine stark ausgeprägte Intensität haben. "Ich lege Wert auf die Gleichwertigkeit von Farbe und Form", erzählte die Malerin. Sie hat als Lehrerin am Gymnasium Kunst und Deutsch unterrichtet. Die Kraft der Farben vereint sie mit ausdrucksvollen abstrakten, aber auch figürlichen Formen.

Ihre Bilder zeigen eine ganz eigene Dynamik. Die Bewegung beim Malen übertrage sie auf ihre Bilder. "Besonders bei großformatigen Bildern unter anderem im Format ein Meter mal 1,60 Meter bewege ich den ganzen Arm. Das spiegelt sich dann in den Formen wider", erzählt sie. Aufgrund ihres bewegten Malstils weisen die Formen eine extreme Dynamik auf.

So entstehe während des Malprozesses ein ganz eigenes Bild, dem Möllmann zuvor zwar ein Konzept vorausgeschickt, das am Ende aber meist stark davon abweiche. "Ich habe natürlich ein Konzept über die Perspektive, die Aufteilung und die Farben. Aber beim Prozess des Entstehens entwickeln sich auch spontane Formen und Strukturen", erklärt die Künstlerin. Und so verändere sich das Bild nach und nach. Manchmal brauche ein Bild ein halbes Jahr, bis es fertig ist.

Ihr Spiel zwischen Farben und abstrakten Formen spiegelt Harmonie und Freude wider. Das stimmige Spiel der Farbkomponenten und die teilweise fließenden Formen laden den Betrachter zum Verweilen ein. Mit den Farben drückt Möllmann unterschiedliche Gefühlszustände aus. Durch die Kombination Form, Farbe und Struktur verleiht sie den Bildern unterschiedliche emotionale Ebenen.

Aber nicht nur mit Farben arbeitet die Künstlerin. In einige Bilder hat sie unter anderem Tomographie- und Ultraschallbilder sowie Butterfolie eingearbeitet. Diese besonderen Elemente unterstreichen das Spiel zwischen bunten Farben und bewegten Formen.

Quelle: RP
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