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Rheinberg
Gomel-Kinder genießen den Sommer

Rheinberg. Familie Stiedl aus Ossenberg hat zwei Kinder aus der weißrussischen Stadt zur Erholung aufgenommen. Von Nicole Maibusch

Für drei Wochen hat Familie Stiedl aus Ossenberg die Anzahl ihrer Kinder kurzerhand verdoppelt. Neben Tochter Paula (8) und Sohn Robin (9) tollen derzeit auch Liza (12) und Matvey (10) durch Haus und Garten. Über das Kinderhilfswerk Gomel verbringen die beiden Kinder aus Weißrussland ihre Ferien am Niederrhein.

Zum zweiten Mal sind sie bei den Stiedls zu Gast und (er-)leben drei Wochen lang den ganz normalen Alltag der Ossenberger Familie. Mit allem Drum und Dran: Zelten im niederländischen Renesse an der Nordsee, Besuche im Schwimmbad und auf dem Trödelmarkt. "Natürlich machen wir den ein oder anderen Ausflug mit den Kindern", sagt Gastmutter Daniela. Aber "Extrawürste" gebe es nicht.

Als sie sich gemeinsam mit ihrem Mann Sasan im vergangenen Jahr erstmals entschied, Gastkinder aufzunehmen, habe sie sich gar keine großen Gedanken gemacht. Generalstabsmäßige Planung? "Um Gottes Willen", sagt die 42-jährige Lehrerin, die einfache und pragmatische Lösungen bevorzugt. Deshalb hat sie Liza und Matvey im vergangenen Jahr als erstes in den Supermarkt "geschleppt". "Im Geschäft haben die beiden auf das gezeigt, was sie mögen und was eben nicht", erzählt Daniela Stiedl. So einfach ist das.

Das Gute daran: In diesem Jahr kennt sie bereits die Vorlieben ihrer Gastkinder. In kulinarischer Hinsicht ist dies vor allem Obst. "Das liegt in der Küche bereit, die Kinder können sich immer etwas nehmen, gleiches gilt für Getränke", berichtet Daniela Stiedl.

Und was ist mit kulturellen Unterschieden? "Gibt's eigentlich nicht", sagt die Ossenbergerin. Auch Paula und Robin bemerken beim Spielen mit ihren Gastgeschwistern keinerlei Unterschiede. "Die Vier sind oft gemeinsam unterwegs und haben Spaß", freut sich Daniela Stiedl.

Die Verständigung läuft übrigens mit Händen und Füßen, auf Deutsch und Englisch und manchmal eben auch mit dem Google-Übersetzer. Ob Schwimmen im Freibad beziehungsweise im Gartenpool oder Trampolinspringen - die Kinder verstehen sich. Die Chemie stimmt. Für Robin und Matvey gilt zudem: die Sprache des Fußballs ist international. Der Zehnjährige aus Weißrussland ist ein riesiger Fan des FC Bayern München. Lieblingskicker? "Neuer" kommt es wie aus der Pistole geschossen. Die zwölfjährige Liza, die auch ein bisschen Deutsch und Englisch spricht, malt und bastelt gerne, trainiert außerdem Karate.

Für Daniela Stiedl ist es keine Frage: Sie würde Liza und Matvey gerne auch im nächsten Jahr wieder aufnehmen - die Stiedls haben die beiden weißrussischen "Kinder auf Zeit" ins Herz geschlossen. "Außerdem knüpfen wir auf diese Weise neue Kontakte, und unsere Kinder lernen, mit anderen zu teilen und sich zu kümmern", sagt die engagierte Mutter. Das sei doch sehr positiv.

Ihre Tipps für interessierte Gastfamilien? "Man ist gut beraten, Kinder im Alter der eigenen Kinder aufzunehmen", sagt die Lehrerin. Und: Wer kann, solle zwei Kinder aufnehmen. Denn die können sich gegenseitig ablenken, wenn es beispielsweise mal Heimwehattacken gebe. Und sonst? "Alles locker nehmen und flexibel bleiben - bei Kindern lässt sich nicht immer alles planen", schmunzelt sie.

www.gomel.de

Quelle: RP
 
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