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Alpen
Grillfest der Alpener Flüchtlingshilfe

Alpen: Grillfest der Alpener Flüchtlingshilfe
Zeit für Begegnungen: Elisabeth Terlinden (links) und Maria Loschelder mit Ermine und Ibadet beim Grillfest der Flüchtlingshilfe. FOTO: Armin Fischer
Alpen. Im vergangenen Jahr war es ein Kennenlernfest, das Ehrenamtler und Flüchtlinge gemeinsam feierten. Jetzt hatten Michael Arnscheid und die Flüchtlingshilfe in Alpen zu einem Grillfest an die Sporthalle an der Fürst-von-Bentheim-Straße eingeladen.

"Wir haben in Alpen einen gut funktionierenden Kreis an Ehrenamtlichen, die sich - ob Rentner oder Berufstätige - einbringen und helfen", erzählt Arnscheidt. Helfen, das heiße beispielsweise, Asylsuchende beim Arztbesuch oder dem Einkauf begleiten, ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Die neuen Bewohner Alpens sind in den Alltag, soweit möglich, integriert. Arnscheidt: "Man kennt sich mittlerweile und weiß, wer zu wem gehört. Wir haben vor Monaten ein Kennlernfest gefeiert, jetzt ist es ein Grillfest." Die Gäste leisteten ihren Beitrag, brachten Kuchen und Salate mit, sorgten für ein internationales Buffet im Inneren des Zeltes. Die Tombola bescherte manches zusätzliche Präsent und sorgte für leuchtende Augen bei den Kindern. Die Alpener Geschäftsleute hatten ihren Teil dazu beigetragen. Bevölkerung und Geschäftsleute ziehen gemeinsam an einem Strang in Sachen Hilfsbereitschaft, wie auch Andreas Rösen vom Sozialamt bestätigt. Ludger Funken, im Rathaus zuständig für Ordnung, Soziales und Schulen, und der stellvertretende Bürgermeister Klaus Franke waren zu Gast. "Bei uns ist die Betreuung der Flüchtlinge gut angelaufen", so Funke. Eine Herausforderung sei die Unterbringung. "Wir fragen mittlerweile auf dem privaten Wohnungsmarkt nach." In dieser Woche kommen weitere acht Flüchtlinge nach Alpen.

Ahmed Shaltookchi ist Iraner und lebt seit 30 Jahren in Alpen. "Ich kann die Gefühlswelt der Flüchtlinge, die jetzt bei uns in Alpen leben, gut nachvollziehen. Sie kommen aus unterschiedlichen Kulturen, bringen verschiedene Religionen mit und sind Menschen in Not. Wir müssen jetzt Kontakte schaffen und Berührungsängste abbauen. Der Dialog untereinander ist jetzt wichtig und das Erlernen der deutschen Sprache", sagt er.

Einer, der mittlerweile schon ganz gut die deutsche Sprache beherrscht und zu den wenigen gehört, die das Moerser Berufskolleg Technik besuchen, ist der Syrer Ahmed. Eine gut dreijährige Flucht liegt hinter ihm. Schon am Morgen hat der 21-Jährige beim Zeltaufbau mitgeholfen. Er fühlt sich wohl und kommt zur Ruhe, "weil die Menschen hier ein Lächeln haben und sehr freundlich und hilfsbereit sind." Ursula ist seine ehrenamtliche Ansprechpartnerin, sie unterrichtet Deutsch. Neben ihrem Beruf. "Wir erfahren wenig über persönliche Schicksale. Erst wenn das Vertrauen da ist, dann vielleicht. Generell hat unsere Arbeit viel mit Vertrauen zu tun." Motivierend ist für sie, stellvertretend für die anderen rund 60 Ehrenamtler, dass die Arbeit in der Flüchtlingshilfe ansteckend wirke und sich ein Lauffeuer der Hilfsbereitschaft entzünde.

(sabi)
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