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Rheinberg
Großer Markt erhält bald ein neues Gesicht

Rheinberg. Wie soll der Rheinberger Marktplatz künftig aussehen? Nachdem bereits vier mögliche Varianten vorgestellt worden waren, sprach sich der Bau- und Planungsausschuss jetzt mit Mehrheit für den Entwurf "Bänder der Geschichte" aus. Auf ein 110.000 Euro teures Fontänenfeld soll aus Kostengründen allerdings verzichtet werden. Von Erwin Kohl

"Der große Markt ist das Wohnzimmer von Rheinberg", erklärte Joachim Schmitz (SPD) am Mittwoch in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses gleich zu Beginn der Debatte um die Sanierung der guten Stube. Aus den insgesamt vier Gestaltungsmöglichkeiten, die der Öffentlichkeit am 8. Juni vorgestellt worden waren, haben sich die "Große Lösung - Überplanung der Straße Großer Markt" sowie die Variante "Bänder der Geschichte" heraus kristallisiert.

Für Letztere plädierten die Sozialdemokraten, auch weil sie darin Entwicklungspotenzial sehen. "Wir sollten nicht die Gelegenheit auslassen, etwas zu lernen. Die Bänder der Geschichte können zudem fortwährend weiter entwickelt werden", so Schmitz. Die anliegende Straße in den Marktplatz einzubeziehen, lehnt die SPD allerdings ab und schlägt stattdessen eine temporäre Sperrung bei Veranstaltungen vor. Größter Posten beim geplanten Umbau ist das in dem Vorschlag vorgesehene "Fontänenfeld". Die SPD regte den Versuch an, Sponsoren für das mit 110.000 Euro veranschlagte Wasserspiel zu gewinnen. Grundsätzlich konnte sich auch die CDU mit der zweiten Variante anfreunden. Was die Einbeziehung oder auch nur zeitweilige Sperrung der Straße "Großer Markt" mit versenkbaren Pollern betrifft, möchte man keine Kompromisse eingehen. "Wir wollen die Stadt weiter beleben, lehnen das daher ab. Der große Markt muss multifunktional bleiben, Marktbeschicker müssen ihn weiterhin mit ihren LKW befahren können, und die Parkplätze brauchen wir für Aktivitäten in der Stadthalle", erklärte Markus Geßmann. Einsparpotenzial sehen die Christdemokraten in der Umrüstung der Laternen auf energiesparende Leuchtmittel, die Weiterverwendung der Bank um die Friedenseiche sowie eine Reparatur des defekten St.-Peter-Brunnens anstelle der 35.000 Euro teuren Restaurierung. An die Adresse der SPD sagte Geßmann: "Der Marktplatz muss nicht wachsen, sondern einmal angepackt und fertig gemacht werden."

FDP-Vertreter Hans-Peter Götzen ging noch einen Schritt weiter: "Dieses Objekt prägt die Darstellung der Innenstadt. Der St.-Peter-Brunnen muss ein Hingucker sein. Wir sollten eine große Lösung finden, an der wir jahrzehntelang Spaß haben." Zweifel an dem Projekt äußerte Jürgen Bartsch (Grüne): "Bei allem Verständnis für eine notwendige Sanierung konterkarieren diese großen Pläne die guten Absichten, die wir mal hatten. Bänder der Geschichte müssen mit Leben gefüllt werden. Ob das so möglich sein wird, ist fraglich."

Was die Einbeziehung der anliegenden Straße betrifft, haben die Grünen eine klare Meinung: "Das Ganze muss von allen vier Seiten als Platz erkennbar sein. Wir sollten ernsthaft überlegen, den Verkehr dort ganz rauszunehmen", empfahl Bartsch. Darüber hinaus regten die Grünen an, im Bereich des Fontänenfeldes Spielmöglichkeiten für Kinder anzulegen. Dass letztendlich alles eine Frage des Geldes ist, machte Michael Kuklinski mit einer kurzen Überschlagsrechnung deutlich: "Mit allem Drum und Dran sind wir schnell bei 600.000 Euro, von denen die Stadt nach Abzug der Fördermittel auf 450.000 hängen bleibt." Das bestätigte auch Dieter Paus. Der Beigeordnete empfahl, den Rotstift bei dem mondänen Wasserspiel anzusetzen: "Die 110.000 Euro dafür gehen weit über den Rahmen hinaus und verursachen zusätzliche Folgekosten."

Bei der Abstimmung entschieden sich die Ausschussmitglieder mit großer Mehrheit für die Variante "Bänder der Geschichte", vorerst ohne die Straße "Großer Markt" mit einzubeziehen (ein Verkehrskonzept soll abgewartet werden) und ohne das Fontänenfeld. Die Forderung der CDU, die Parkplätze am Marktrand zu erhalten, wurde mehrheitlich abgelehnt.

Quelle: RP
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