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Rheinberg
Großes Interesse am CDU-Kandidaten

Rheinberg: Großes Interesse am CDU-Kandidaten
Gut eine Stunde lang stand der parteilose Bürgermeisterkandidat der CDU gestern Abend beim "netten Gesprächsabend in Wallach Rede und Antwort. Beifall begleitete den Protagonisten am Ende zum Bier danach. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Kein begeisternder, aber ein gelungener Wahlkampfauftakt für Frank Tatzel als Bürgermeisterkandidat der CDU. Beim Heimspiel in Wallach präsentierte sich der 49-jährige Banker als Mann, dem "Rheinberg am Herzen liegt". Von Bernfried Paus

Der Ort war gut gewählt. Frank Tatzel (49) kam zu Fuß ins evangelische Gemeindehaus, wo er sich gestern Abend "137 Tage vorm Wahltag" erstmals öffentlich als Bürgermeisterkandidat der CDU präsentierte. Das Heimspiel hatte er bereits gewonnen, ehe es losging im modernen, lichterfüllten Saal zu Füßen des uralten barocken Kirchleins. Es mussten die alten Stühle wieder angeschleppt werden. Das moderne Mobiliar war komplett besetzt. Die Neugierde auf den parteilosen Mann, der mit CDU-Ticket auf dem Bürgermeistersessel Platz nehmen möchte, war ausgeprägt. Mehr als 80 Besucher wollten sich ein Bild machen - beileibe nicht nur Parteileute. Allem Anschein nach auch viele, die einfach nur sehen wollten, wer da am 13. September der SPD-Frau Rosemarie Kaltenbach und dem Grünen Peter Mokros das Nachsehen geben möchte.

Es war nicht so, dass der Sparkassenbetriebswirt in der guten Stunde die Herzen der Menschen im Sturm eroberte. Betont ruhig, sachlich stellte er sich bei dem "netten Gesprächsabend" als Familienmensch vor mit festen Wurzeln in Rheinberg. Durchaus authentisch: Jeans, dunkelblauer Sakko, sportives Hemd, offener Kragen, ohne Krawatte und häufig lässig mit einem Arm aufs Stehpult gelehnt. Botschaft: Ich bin einer von Euch. "Die Stadt liegt mir am Herzen." Zwischendurch blitzte immer mal ein Funke Humor auf wie bei der Frage nach der seinen Qualitäten als Verwaltungschef: "Ich dachte bislang, dass nur Hans Theo Mennicken in Rente geht, die anderen bleiben doch." Er verstehe sich als "Motivator" für die Mannschaft im Stadthaus, "die nicht nur verwalten, sondern Interessen und Wünsche der Rheinberger umsetzen soll". Eine Kernaussage, für die Tatzel den stärksten Beifall einfuhr. Da klang Missmut mit derzeitigem Verwaltungshandeln durch. Marketing-Mann Tatzel brachte sein Ideal vom "Dienstleistungsunternehmen Stadthaus" mit der Anleihe zweier Attribute bei der Sparkasse auf die Formel: "Bürgernah und leistungsstark" soll sein Team für die Bürger der Stadt punkten. Botschaft: Ich traue mir das zu. Ich kann das.

Fachlich setzt er auf seine Qualitäten als Banker, einer, der nur schlecht damit leben kann, mehr Geld auszugeben als reinkommt. Das kann nicht falsch sein in einer Stadt, die finanziell am Stock geht. Seine Wasserstandsmeldung über die Größe des aktuellen Haushaltslochs - der Kandidat nannte fünf Millionen Euro - korrigierte ein Zwischenrufer. Die interfraktionelle Sparrunde habe das Defizit gerade um eine Million gesenkt.

Gut, wenn's denn so ist, sagte Tatzel. Jeder Euro Schulden weniger hilft. Selbstverständlich. Er setzte auf eine wirtschaftsfreundliche Politik, die Jobs vor Ort schaffe. Die Wirtschaft könne auch Partner sein, Dinge zu stemmen, die die Stadt allein nicht schultern kann. Aber, so betont er immer wieder: Ohne kraftvolles bürgerschaftliches Engagement vor Ort geht gar nichts.

Da ist dem bodenständigen Vereinsmenschen nicht bang'. Er rief zum Schluss alle dazu auf, heute in Scharen allerorten zum Maibaumsetzen zu gehen, um die Ausrichter zu unterstützen. Ein oder zwei Freibierchen gab's gestern Abend schon. Der Kandidat war zu Fuß da. Dass sein Weg am Ende bis ins Rathaus führt, steht für Klaus Helmes, ehemaliger Vorsitzender des Kapellenvereins fest: "Hoffentlich ist Dein Nachfolger bei der Sparkasse auch so ein toller Ansprechpartner."

Quelle: RP
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