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Rheinberg
Großes Podium über die Folgen des Salzbergbaus

Rheinberg. Bürgerinitiative lädt für den 23. März zur Experten-Runde in den Büdericher Gasthof van Gelder. Die Cavity sagt ab. Von Bernfried Paus

Die Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten lädt für Donnerstag, 23. März, 19.30 Uhr, zur großen Podiumsdiskussion im Saal der Gaststätte van Gelder in Büderich. Zu der Veranstaltung sind hochrangige Landespolitiker und Vertreter betroffener Kommunen eingeladen.

Die Initiative nutzt die Gunst des Landtagswahlkampfes und präsentiert mit René Schneider (SPD) aus Kamp-Lintfort, Norbert Meesters aus Wesel, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, Gudrun Zentis (Grüne), Jürgen Hovenjürgen, Vize-Chef der CDU-Landtagsfraktion, Dietmar Brockes, Sprecher der FDP-Landtagsfraktion für Wirtschaft, Industrie und Energie namhafte Landespolitiker, die alle mit dem schwierigen Thema vertraut sind. Außerdem dabei ist CDU-Kreistagsabgeordneter Udo Bovenkerk (CDU) aus Hamminkeln als Vorsitzender des Umweltausschusses und Planungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Regionalverband Ruhr (RVR).

Als Vertreter der Kommunen haben Alpens Bürgermeister Thomas Ahls, der Technische Beigeordnete in Rheinberg, Dieter Paus, und Dirk Hetkamp für die Stadt Wesel zugesagt. Auch Gero Debusmann, Vorsitzender der Schlichtungsstelle Bergschaden in NRW und ehemaliger Präsident des Oberlandesgerichts (OLG) Hamm kommt.

Die Lineg kommt mit Bereichsleiter Dr. Wolfgang Kühn und Bauen und Planungsingenieur Ralf Kempken vertreten. Dr. Michael Terwiesche, Fachanwalt für Bergschadensrecht, und Peter Immekus, Sachverständiger für Bergschäden und Vorsitzender des Netzwerkes Bergbaugeschädigter des rheinischen Braunkohlenreviers , sowie Ulrich Behrens, Vorsitzender des Landesverbands Bergbaubetroffener haben zugesagt. Als Fachmann für Hochwasserschutz ist Viktor Paeßens, Deichgräf des fusionierten Deichverbandes Duisburg-Xanten dabei. "Nur der Bergbaubetreiber Cavity/Solvay/Esco hat leider komplett abgesagt", teilte die noch recht junge aber inzwischen mehr als 1000 Mitglieder starke Initiative gestern mit.

Schwerpunkt des Podiums wird die Forderung nach einer Schlichtungsstelle für Bergbauschäden sein. Der Vorsitzende der Schlichtungsstelle Bergschaden, Gero Debusmann, berichtet über Erfahrungen mit der Schadensabwicklung und den Schlichtungsverfahren bei der Steinkohle. Schäden durch den Salzbergbau mit denen im Kohlebergbau vergleichbar. Die Aufnahme in die Schlichtungsstelle Bergschaden sei eine Option.

Das Planfeststellungsverfahren der Lineg zur Gewässerregulierung im Nord-Bereich zeige die Problematik, die durch die Bodensenkungen entstehen können. Durch die Senkungen hätten sich teilweise Trichter gebildet, die bei Starkregen über keinen natürlichen Ablauf mehr verfügen. Im schlimmsten Falle stünden Häuser in den Senkungsgebieten bis zum Erdgeschoss im Wasser, so die Befürchtung. Die Stadt Wesel habe zwei Ingenieurbüros beauftragt, die Pläne zur Generalentwässerung und Überflutungsgefährdung zu analysieren.

Verjährungsfristen von 30 Jahren vom Zeitpunkt der Entstehung seien im Salzbergbaugebiet problematisch, da die Senkungen nicht nach 30 Jahren abgeschlossen seien, sondern bis zu 200 Jahre andauern können. Darüber hinaus müsse "auf Ewigkeiten" das Grundwasser abgepumpt werden.

Die Bürgerinitiative strebt einen runden Tisch "Gefahren des Salzbergbaus am Niederrhein" an und setzt auf politische Unterstützung. Die Initiative betont, dass sie sich nicht als "Bergbaugegner" verstehe, sondern die Risikominderung, Schadensverhinderung und den Erhalt der Lebensqualität verfolge. www.salzbergbaugeschaedigte.de

Quelle: RP
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