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Rheinberg
Grüne: Flüchtlingen Praktika und Arbeit anbieten

Rheinberg. Die Untätigkeit und das Warten auf eine Entscheidung über ihr Asylverfahren macht vielen Flüchtlingen zu schaffen. Sie möchte beschäftigt sein, arbeiten und Geld verdienen. Die Bündnisgrünen haben sich des Themas angenommen und einen entsprechenden Antrag verfasst, der im Sozialausschuss in Rheinberg diskutiert wurde. Von Uwe Plien

Für die Ortspartei steht fest: "Der Deutschunterricht ist der erste Schritt für die Flüchtlinge in eine neue Zukunft. Um die Integration fortzuführen, ist es wichtig für sie, in die deutsche Arbeitswelt hineinzuschauen, sei es durch einen Praktikums- oder einen Arbeitsplatz." Die Stadtverwaltung soll nun - so der Wunsch der Grünen - prüfen, welche Möglichkeiten bestehen, Flüchtlinge zu beschäftigen und welche Firmen Interesse daran haben, Flüchtlingen eine Perspektive zu bieten.

Grundsätzliche, so beschrieb es Beigeordnete Rosemarie Kaltenbach im Ausschuss, könnten asylbegehrende und geduldete Frauen und Männer eine Beschäftigung aufnehmen. Dazu müssen sie allerdings länger als drei Monate in Deutschland leben. Zudem muss die zuständige Ausländerbehörde eine Erlaubnis erteilen. Nicht genehmigungspflichtig sind beispielsweise so genannte Ein-Euro-Jobs.

In der Praxis zeige sich allerdings, dass der Großteil der betroffenen Menschen keine Erwerbstätigkeit ausübt.

Je besser und intensiver die Betreuung der Flüchtlinge sei, desto besser sei der Einfluss auf die persönliche Situation der Betroffenen. Denn Untätigkeit könne auch auf die Psyche gehen.

Sozialdezernentin Rosemarie Kaltenbach ist selbst ehrenamtlich in der Flüchtlingsbetreuung tätig. Sie unterstützt das Anliegen voll und ganz.

"Eine Praktikums- oder Arbeitsstelle kann den Integrationsprozess beschleunigen", sagte sie. Die Stadt habe sich bereits zu einer vom Städte- und Gemeindebund angebotenen Veranstaltung zum Thema angemeldet.

Ulla Hausmann-Radau von den Grünen regte an, die Stadt solle einen Aufruf an Rheinberger Firmen verschicken und um Unterstützung bitten: "Einige sind bestimmt bereit dazu", sagte sie. "Wir sehen da gute Chancen."

Brigitte Devers (CDU) wusste, dass einige Ehrenamtliche schon von sich aus aktiv geworden sind. Dezernentin Rosemarie Kaltenbach mahnte dazu, nichts zu überstürzen. An die Firmen heranzutreten, sei für sie ein Teil einer umfassenden Konzeption, die zunächst überlegt ausgearbeitet werden müsse. Die Verwaltung wird sich nun darum kümmern.

Quelle: RP
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