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Rheinberg
Grüne für ein ökologisches Konzept

Rheinberg: Grüne für ein ökologisches Konzept
Christina Schmalz (mit Sohn Hektor) und Fritz Ettwig. FOTO: U. Plien
Rheinberg. Die Stadt Rheinberg gehe zu sorglos mit Bäumen um, findet die Fraktion. Von Uwe Plien

"Grüne wollen über jeden Baum, der gefällt wird, debattieren" - so lautete die Überschrift, als die RP im Juli über einen im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt beratenen Grünen-Antrag berichtete. Die Fraktion hatte sich dafür stark gemacht, dass die Politik grundsätzlich darüber unterrichtet werden soll, für welche Bäume Fällanträge gestellt und welche Bäume im Stadtgebiet gefällt werden.

"Uns ging und geht es nicht darum, über jeden einzelnen Baum zu diskutieren", unterstreicht nun Fritz Ettwig, Sachkundiger Bürger im Umweltausschuss. "Wir wollten eine Änderung der Baumschutzsatzung und uns war vollkommen klar, das der Antrag nicht so durchgeht, wie er in die Beratung gegangen ist." Ihn rege allerdings auf, "dass es keine substanzielle Diskussion über den Wert ökologischer Flächen" gebe. Ein Ausschuss, der "Umwelt" im Namen trage, müsse eingeweiht werden, wenn es um Schutz und Erhalt wertvoller Flächen gehe. Die Fällung der alten Eiche im Budberger Neubaugebiet hätte die Verwaltung nicht so einfach durchsetzen können, wenn der Ausschuss einbezogen worden wäre. Grünen-Ratsfrau Christina Schmalz stimmt Ettwenig zu: "Wir müssen endlich begreifen, welchen Wert Bäume haben." Es sei erschreckend, wie groß Unwissenheit und Gleichgültigkeit in der Bevölkerung seien. Schmalz: "Es muss immer alles neu, frisch und sauber sein. Bäume dürfen nicht nur als Holzlieferanten und störende Laubabwerfer gesehen werden." Deshalb möchten wir, dass die Stadt ein ökologisches Konzept entwickelt, wie wir künftig mit der Natur umgehen." Es müsse umfassend angelegt sein - mit dem Ziel, bei den Rheinbergern ein Bewusstsein für ökologische Vorgänge zu schaffen. Ettwig: "Wir können niemandem vorschreiben, einen Baum auf seinem Grundstück zu pflanzen. Aber die Stadt hat Verantwortung für die Bäume."

Man habe Verständnis dafür, dass der Verwaltungsaufwand groß sei, sagen die Grünen. "Wenn wir jetzt einen Ist-Zustand über die Bäume haben: Was spricht dagegen, dem Ausschuss einmal im Jahr eine Auflistung vorzulegen?", fragt Christina Schmalz.

Ettwig wünscht sich, Veränderungen behutsam und mit einer klaren Haltung vorzunehmen: "Die Verwaltung macht es sich oft zu einfach. Es sind schon an so vielen Stellen im Stadtgebiet Bäume verschwunden: die alten Kastanien an der Bischof-Roß-Straße in Budberg, die Kirschbäume an der Orsoyer Seilerbahn, auch an der L155 zwischen Pelden und Orsoy sei ausgedünnt worden. Uns fehlt eine vorausschauende Planung, zumal die ökologischen Ausgleichsflächen meistens außerhalb liegen." Einen konkreten Vorschlag liefern die Grünen: Die alten Orsoyer Friedhöfe könne man zu Bürgerwäldern wachsen lassen.

Quelle: RP
 
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