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Alpen
Grüne Verlockung: Tomaten für Faule

Alpen. Ute und Reinhard Schenkendorf für die Genussregion Niederrhein zum vierten Mal auf der Grünen Woche in Berlin Von Bernfried Paus

Gegen alles ist ein Kraut gewachsen. Und selbst für Faulenzer hatten Kräuterfee Ute Schenkendorf und ihr Mann Reinhard was im Kombi, mit dem sie sich von ihrer Kräutergärtnerei in Bönning-Rill auf den Weg nach Berlin gemacht haben. Dort haben sie auf der Grünen Woche, die morgen zu Ende geht, am NRW-Stand in Halle 5.2a die "Genussregion Niederrhein" vertreten. Da sind die Schenkendorfs schon alte Bekannte. Es war bereits ihr vierter Auftritt in der Bundeshauptstadt. Und noch nie war's "so ein Spektakel wie diesmal", meldete Ute Schenkendorf live von der Messe. "Der Stand liegt optimal im Besucherstrom", berichtet die Frau, die mit ihren Winterkräutern die Konkurrenz mit dem russischen Wodka-Angebot am Stand gegenüber locker für sich entschied.

Allein die Faulenzer-Tomaten lockten die Leute in Scharen zu ihr. Die Aussicht, ohne Mühen und grünen Daumen in den Genuss der roten Frucht zu gelangen, machte nicht nur Kleingärtner neugierig. Die Kräuterfee vom Niederrhein freute sich riesig über das große Interesse der Berliner an ihren wintergrünen Zöglingen wie Löffelkraut oder Winterpostelein.

So erzählte sie ihnen, dass Barbara-Kresse nachweislich schon im 17. Jahrhundert in der kalten Jahreszeit auf dem Speisenplan auftauchte und, scharf im Geschmack mit herben Bitterstoffen versehen, in dem Ruf stand, die Abwehrkräfte zu mobilisieren sowie müde Wintergeister wieder wach mache. Und da ist die "Ewige Gartenkresse", der schon Hildegard von Bingen zuschrieb, das Immunsystem auf Trab zu bringen. Längst sei wissenschaftlich belegt, dass Bakterien und Viren nach dem Genuss auf dem Rückzug seien.

Auch diejenigen, die nur einen Balkon zur Aufzucht von aromatische Pflänzchen haben, hatten Schenkedorfs was mitgebracht: Knolauch (tatsächlich ohne b), Bruder des Bärlauchs, mit seinem intensiven Knoblauchgeschmack. Schon ein kleines Blättchen reiche, um Geschmack ans Gericht zu bringen. "Und am nächsten Morgen kann man bedenkenlos zum Zahnarzt gehen", erläutert die Kräuter-Expertin. Einen Volltreffer landete Ute Schenkendorf auf der Grünen Woche mit dem laminierten Rezeptvorschlag für knusprige Bartkartoffeln mit frischen Kräutern (Rezept-Box), die sie in der Mikrowelle vorgart - eine Zufallserfindung aus dem Sommer, als sie der Hunger auf etwas Herzhaftes überfiel und ungeahnte kulinarische Kreativität freigesetzt hat.

Gestern sind die Schenkendorfs aus Berlin zurückgekehrt nach Bönning-Rill, voller Eindrücke und dankbar, sich über den Selbstvermarkterzusammenschluss "Feines vom Land" auf der Grünen Woche präsentieren zu können: "Die Leute kommen zwar nicht zu uns. Aber unserem Image nützt's."

Quelle: RP
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