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Rheinberg
Günter van de Lindes lyrische Phantasie macht Sprünge

Rheinberg: Günter van de Lindes lyrische Phantasie macht Sprünge
FOTO: Ostermann, Olaf (oo)
Rheinberg. Der 74-jährige Budberger hat seinen ersten Gedichtband mit 114 Beiträgen veröffentlicht. Mal geht es humorvoll zu, mal nachdenklich - thematisch ist der Autor nicht festgelegt. Nur eines ist ihm wichtig: Langweilig darf es nicht werden. Und seine Reime sollen Hand und Fuß haben. Von Uwe Plien

Manchmal kommen sie mitten in der Nacht. Oder früh morgens, gleich nach dem Aufwachen. Die Ideen. Erste Fragmente, einzelne Silben. Ein erster Vers, ein kurzer Reim. Neue Gedanken für ein neues Gedicht. "Für solche Fälle habe ich Stift und Notizblock immer in Reichweite liegen", sagt Günter van de Linde. Der 74-Jährige liebt Lyrik und schreibt mit großer Begeisterung Gedichte. Jetzt hat er erstmals ein Buch herausgegeben. "Die Phantasie die Sprünge macht", heißt es. 114 seiner Gedichte hat er darin aufgenommen. Auf 114 Seiten. Um es gleich zu sagen: Das Büchlein lohnt sich. Es sind schöne Verse darin.

Günter van den Linde stammt aus Orsoy, hat dann viele Jahre in Alpsray gewohnt und ist seit knapp zehn Jahren mit seiner Frau Helga in Budberg zu Hause. Mit seinem Bruder Heinz van den Linde teilt Günter seit jeher eine Leidenschaft: das Lesen und das Schreiben. "Bei uns wurde immer viel gelesen. Das haben unsere Eltern sehr gefördert", erinnert sich van de Linde. "Und ich habe immer gemerkt, dass mir das Schreiben liegt."

Beruflich verschlug es den Budberger allerdings in eine ganz andere Richtung. Er ist Orthopädieschuhmachermeister und hat viele Jahre selbstständig gearbeitet. "Als ich vor rund zehn Jahren in den Ruhestand ging, habe ich angefangen, Gedichte zu schreiben", so der 74-Jährige. "Dabei waren mir zwei Dinge immer wichtig: Sie sollten Hand und Fuß haben und sollten vor allem nicht langweilig sein."

Thematisch ist Günter van den Linde nicht festgelegt. Mal heiter und mit hintergründigem Humor, mal nachdenkliche Verse voller Hoffnung und Illusion. "Beim Lesen einfach mal zehn bis 15 Minuten abschalten. Das bringt neue Energie für den Tag" - so lautet ein Rezept des Autors. "Einen Versuch ist es wert. Der Phantasie mal eben so ein paar Flügel verpassen. Den Humor genießen, wenn er sich anbietet. Der Nachdenklichkeit Raum geben, um das Unangenehme zu verarbeiten und, wenn es sein muss, über Bord zu werfen."

Der Gedichtband ist Günter van de Lindes erstes Buch. "Ein Buch zu schreiben, war immer ein Wunsch von mir", erzählt er. Zunächst hat er 100 Exemplare drucken lassen. Viele sind schon verkauft. "Wenn die ersten hundert weg sind, kann ich jederzeit nachdrucken lassen", ergänzt er.

Nicht ohne Stolz hebt Günter van de Linde zwei seiner Gedichte hervor. "Schreib-Lust" ist in das Jahrbuch 2015 der Frankfurter Bibliothek aufgenommen worden, und "Schlangengift" erschien im Lyrikband "Lyrischer Lorbeer 2014". Er selbst liest gerne Gedichte und Reime von Ringelnatz und Busch und findet es bedauerlich, dass heute weniger gelesen wird. Aber wer weiß: Vielleicht ändert sich das ja mit seinem Buch.

Zu kaufen gibt es den Gedichtband von Günter van de Linde in Orsoy bei Lotto Peters an der Kuhstraße 14, in der Budberg-Apotheke, Rheinberger Straße 82, in den Gocher Buchhandlungen und es kann direkt per E-Mail beim Autor bestellt werden: guenter-vandelinde@t-online.de. Wird dann zugeschickt, auf Rechnung. Preis: 13,50 Euro.

Quelle: RP
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