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Rheinberg
Gute Beratung für eine gute Erziehung

Rheinberg: Gute Beratung für eine gute Erziehung
Das Team der Erziehungsberatungsstelle. Vorne von links: Andrea Daniel, Vanessa Grünberg, Gisela Heickmann, Rita Janßen, Sabine Joos und Amina Naas. Mitte von links: Mario Kotes, Karina Eichhorn und Caritasverband-Geschäftsführerin Brunhild Demmer. Hinten von links: Rainer Moll (Leiter der Beratungsstelle) und Klaus Roosen, Fachbereichsleiter Kinder, Jugend und Familie. FOTO: Christoph Reichwein
Rheinberg. Erziehungsberatungsstelle des Caritasverbands Moers-Xanten an der Goldstraße in Rheinberg besteht seit 40 Jahren. Von Uwe Plien

Die Erziehungsberatungsstelle des Caritasverbandes Moers-Xanten an der Goldstraße in Rheinberg, zuständig insbesondere für den linksrheinischen Kreis Wesel, gibt es seit genau 40 Jahren. "Die Erziehungsberatungsstelle war einer der ersten Dienste, die der 1969 noch für den Kreis Moers gegründete Caritasverband eingerichtet hat", sagte Brunhild Demmer, Geschäftsführerin des Verbandes. "Das war früh, denn damals hat man mit dem Caritasverband vor allem alte Menschen verbunden."

Dass es einen Bedarf für ein solches Angebot gab, zeigte sich schnell. Gab es im Gründungsjahr noch 67 Beratungen, so waren es im Folgejahr schon 322 und 1980 bereits 438. Das bisherige Allzeit-Hoch war 2010 mit 761 Fällen erreicht. 2016 kam das von Rainer Moll geleitete Team auf 715 Fälle. Bis heute wurden 24.701 Familien betreut.

In 40 Jahren hat sich die Gesellschaft verändert und mit ihr die Arbeit der Berater. "1977 kam auf sechs Ehen eine Scheidung, heute zerbricht fast jede dritte Ehe", weiß Moll. Obwohl sich auch die Personaldecke verändert hat - früher gab es 1,7 Psychologen-Stellen, heute ist Sabine Joos die einzige Psychologin im Team - ist es gelungen, Wartezeiten zu reduzieren. Statt sechs Monaten wie einst kommen Klienten heute meist nach 14 Tagen an die Reihe. Wenn Not am Mann (beziehungsweise am Kind oder Jugendlichen) ist, handeln die Berater sofort. "Wir lassen niemanden im Regen stehen", versichert Sabine Joos.

Die Arbeitsschwerpunkte haben sich verlagert. Die Zahl der alleinstehenden, meist berufstätigen Mütter sei stark gestiegen. Und es kommen mehr Jugendliche als Kinder, viele melden sich von selbst, wenn es zu Hause Probleme gibt. Probleme haben Kinder und Jugendliche meist, wenn es zwischen den Eltern nicht mehr klappt. Rainer Moll: "Manchmal fallen die Kinder den Eltern gar nicht mehr auf, weil sie nur noch ihre kriegerischen Auseinandersetzungen sehen." Wenn solche Eltern dann vom Familiengericht zur Beratung geschickt werden, um ihre Kommunikation zu verbessern, gleiche die Arbeit der Beratungsprofis nicht selten einem Blauhelm-Einsatz.

Beratung ist nicht Therapie, mithin ist das Team von der Goldstraße eine Art Zwischeninstanz. Im Schnitt beraten sie ihre Klienten zwei- bis fünfmal. Es kommt aber vor, dass diese nach zwei, drei Jahren wieder auf der Matte stehen. Weil es neue Probleme gibt und man sich daran erinnert, gute Erfahrungen gemacht zu haben. "Unser Vorteil ist, dass es bei uns durch die vielen Stellen im Haus eine gute Vernetzung gibt und wir vermitteln können", sagt Klaus Roosen. Er leitet den Fachbereich Kinder, Jugend und Familien mit 14 Kerndiensten sowie Projekten und 250 Mitarbeitern - das ist ein Viertel der Gesamtbelegschaft des Caritasverbandes.

Es läuft gut an der Goldstraße. Eines aber wurmt Rainer Moll: "Für viele sind wir immer noch die Psycho-Heinis. Deshalb möchten wir unser Image verändern: weg von Defiziten, hin zu Ressourcen. Wir wollen zeigen, dass Erziehung nicht von vornherein eine Katastrophe ist und dass es gut ist, sich schon früh mit dem Thema zu befassen."

Quelle: RP
 
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