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Rheinberg
Haupstadttenöre lassen Sterne leuchten

Rheinberg: Haupstadttenöre lassen Sterne leuchten
Die drei Hauptstadttenöre Maik Tödter, Kim Schrader und Thorsten Hennig (vorne von links) sangen in der Stadthalle zur Musik des Salonorchesters "Frisch gestrichen". FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Maik Tödter, Kim Schrader und Thorsten Hennig begeisterten, begleitet vom Salonorchester "Frisch gestrichen", beim Neujahrskonzert der Musikalischen Gesellschaft Rheinberg in der komplett ausverkauften Rheinberger Stadthalle. Von Udo Spelleken

"Freunde, das Leben ist lebenswert." Mit diesem Auftrittslied des Octavio aus der Operette "Giuditta" eröffneten die drei Hauptstadttenöre das Neujahrskonzert der Musikalischen Gesellschaft Rheinberg in der bis auf den letzten Platz ausverkauften Stadthalle.

In einer kurzweiligen Konzert-Gala unter dem Motto "So leuchten die Sterne" mit bekannten Arien aus Oper und Operette sowie Filmschlagern begeisterten die drei sympathischen Sänger von der Spree das Publikum. Begleitet wurden sie vom Salonorchester "Frisch Gestrichen".

Sechs Berliner Instrumental-Solisten musizierten temperamentvoll unter der Leitung von Ronald Herold auf Klavier, Klarinette, Violine, Viola, Cello und Kontrabass und sorgten für beste Unterhaltung. Den Tenören Maik Tödter, Kim Schrader und Thorsten Hennig ging es nicht nur um Lieder, die zum Mitsingen einluden. Besonderes Markenzeichen war die augenzwinkernde, wenn auch zuweilen etwas flache Moderation der drei Solisten. Alle drei im schwarzen Frack unterschieden sie sich nicht nur stimmlich: zwei trugen Fliege, eine weiße und eine schwarze mit roten Punkten. Der Dritte, Maik mit schulterlangem Haar, trug ein offenes Hemd mit Rüschen und einen italienischen Tenorbart. Mit einer gewissen charmanten Nonchalance eroberten die Herren die Herzen der Hörerinnen: "Ob blond, ob braun, ich liebe alle Fraun'n", so ihre Ansprache, und sie ergänzten: "Treu sein, das liegt mir nicht." Voller Stimmkraft, die Höhen auskostend, und mit angemessenem Vibrato ließen die Drei das Publikum daran teilhaben, "Irgendwo auf der Welt" von einer besseren Zukunft zu träumen. Dass alle drei Solisten auch in der Lage sind, lyrische Passagen musikalisch auszufüllen, bewiesen sie durchaus überzeugend im "O sole mio", dem weltbekannten neapolitanischen Lied von Eduardo Di Capua. Der dreistimmige erfrischende Gesang bot durch die unterschiedlichen Klangfarben ihrer Stimmen eine reizvolle Abwechslung.

Im Stil der Comedian Harmonists präsentierte das agile Ensemble "Mein kleiner grüner Kaktus" und "Ein Freund, ein guter Freund" mit einem gleichbleibend niveauvollen Klang, der sich stets leicht und unangestrengt gab. Von besonderer Anziehungskraft waren die Interpretationen beliebter Klassiker wie "Nessun dorma" oder "E lucevan le stelle" von Giacomo Puccini, die mit dezenter Begleitung von der erzählerisch aufgebauten Spannung lebten und sich in träumerischen Passagen verloren. Mit langanhaltendem, begeistertem Applaus forderte das Publikum Zugaben, und die Tenöre parierten mit dem vielversprechenden "Gib mir den letzten Abschiedskuss".

Quelle: RP
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