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Rheinberg
Hauptsache, am Ende ist alles kaputt

Rheinberg: Hauptsache, am Ende ist alles kaputt
Michael Bäumel, genannt Kupplungsmichel, in einem seiner für ein Stockcarrennen hergerichteten Schrottautos. Die Wagen sind weitgehend entkernt. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Michael Bäumel und Pierre Mackenbruck vom Orsoyer Racing Team (ORT) fahren regelmäßig Stockcarrennen. Von Sassan Dastkutah

Normale Rennen kommen für das Orsoyer Racing Team (ORT) nicht in die Tüte. Wenn Michael Bäumel (42) und Pierre Mackenbruck das Gaspedal durchtreten, ist das Ziel Vollkontakt - und zwar mit gegnerischen Autos. Die beiden sind Stockcarfahrer. Zerberstendes Plastik, knirschendes Metall, dass sich unter dem Druck gegnerischer Karossen völlig verbiegt - das ist die Welt der beiden. "Seit 2009 fahre ich Stockcar-Rennen. Wir fahren um des Zerstörens Willen", erzählt der Kfz-Mechaniker und Kraftfahrer Bäumel, der von seinen Kollegen auch liebevoll Kupplungsmichel genannt wird.

Zwölf bis 15 Runden dauert ein Rennen. Schonungslos wird das Material verheizt und zerstört. Die Lebensdauer eines Rennautos betrage zirka ein Rennen - manchmal auch weniger, wenn das Auto von den Konkurrenten völlig zerstört wird. Damit der Rennspaß nicht zu teuer wird, holt sich das Racing Team Orsoy Autos vom Schrottplatz. Die Fahrzeuge werden wieder weitgehend fahrtüchtig gemacht. Kupplungsmichel und sein Team schrauben an den Vehikeln vor einem Rennen mehrere Wochenenden. Sicherheit geht bei der Vorbereitung für ein Rennen vor. Die Crashheizer sitzen in einer Sicherheitszelle, die mit starken Stützen verstärkt ist. "Das Glas ist auch raus, damit es keine Schnittwunden gibt. Ganz wichtig ist der spezielle Sicherheitsgurt, jeden Aufprall und Stöße etwas abfedert. "Trotzdem knallt es bei einem Crash immer ganz ordentlich", so Bäumel. Der Tank ist natürlich aus Sicherheitsgründen im Fahrzeug, in dem sich außer Fahrersitz und Tank nichts mehr befindet.

Die Schrauber und Rennfahrer des Racing Teams reißen alles aus den Karren raus. Jüngst fuhren der Kupplungsmichel und sein Kollege im holländischen Posterhold ein Rennen. Diesmal haben sie zwar nicht den Titel "Most destroyed Car" gewonnen, wie schon einmal, doch beide kamen ins Ziel. Bäumel steuerte seinen 97er Opel Astra so, dass er immer auf Kollisionskurs war. Es gehe nicht darum die schnellsten Runden zu fahren oder als erster durch Ziel zu kommen, sondern möglichst viele Rennfahrerkollegen im wahrsten Sinne des Wortes rauszukicken.

Die Nervosität fährt immer mit. So war es auch in Posterhold. Aber am Ende gewann auch dort der Nervenkitzel. Stockcarrennen fahren sei Adrenalin pur. Gegen 30 Fahrer behaupteten sich Bäumel und Mackenbruck auf 900 Meter Asphalt. Zu 99,9 Prozent passiere bei den Rennen nichts. Auf einiges müsse jeder Fahrer allerdings achten. Unter anderem darauf, die Daumen nicht im Lenkrad zu haben. "Die können dann mal beim Einschlag brechen", so Michael Bäumel. Eins unterstreicht Michael Bäumel noch: "Ohne die Mechaniker Dirk und Olli sowie Sandra und Guido, die für das Team kochen, läuft nichts."

Quelle: RP
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