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Rheinberg
Hauptsache spannend

Rheinberg: Hauptsache spannend
Nicht nur die Mädchen stecken in der Klasse 5f gerne ihre Nase zwischen zwei Buchdeckel. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Kinder sind lesefaul und hängen nur vor dem PC? Von wegen: Die eigene Klassenbibliothek hat bei den Schülern der 5f der Gemeinschaftsschule die Leselust geweckt. Sie können sich durch rund 60 Bücher schmökern. Von Nicole Maibusch

Ausgerechnet im Kino hat für Ben die Leseleidenschaft begonnen. "Nach den Harry Potter-Filmen wollte ich wissen, wie die Bücher sind", erzählt er. Dass es sich bei den insgesamt sieben Potter-Bänden jeweils um richtig dicke "Schinken" handelt, konnte den elfjährigen Schüler nicht schrecken. Mittlerweile ist Ben eine richtige Leseratte; die abendliche Bettlektüre gehört für ihn zum Alltag.

60 Klassen-Bücher

Wie ihm, geht es vielen seiner Klassenkameraden in der 5 f der Gemeinschaftsschule Rheinberg: Wann immer es möglich ist, greifen die Schüler in die Regale der Klassenbibliothek, um zu schmökern. Eingerichtet wurde diese spezielle "Bücherei" direkt zu Schuljahresbeginn im Sommer 2011. Gemeinsam haben die Jungen und Mädchen mit ihren Klassenlehrerinnen Carina Düllmann und Dr. Sonja von der Crone zwei große Regale eines namhaften schwedischen Möbelhauses aufgebaut.

Nach und nach zogen dann – Dank Spenden von Eltern und Lehrern – die unterschiedlichsten Bücher ein. Heute sind es rund 60 Schmöker – von Klassikern wie "Emil und die Detektive" eben bis "Harry Potter". Aber auch verschiedene Sachbücher, Lexika wie Duden, Brockhaus und Wahrig sowie verschiedene DVDs umfasst der Bestand. Besonders auffallend: Im Regal herrscht Ordnung, alle Bücher sind sehr gepflegt. "Da achten alle Schüler ganz besonders drauf", berichtet Lehrerin Carina Düllmann.

Lesen ohne Zwang

Die Pädagogin freut sich vor allem darüber, dass die Klassenbibliothek nicht nur von Bücherwürmern genutzt wird. "Auch Schüler, die früher nur wenig gelesen haben oder denen das Lesen schwerfiel, haben wir auf diese Weise für Bücher begeistert", so Düllmann. Der Grund: In der 5f ist Lesen kein Zwang, niemand muss ein bestimmtes Buch in einem bestimmten Zeitraum gelesen haben. Das motiviere und erleichtere den Zugang, weiß Düllmann aus Erfahrung.

So nutzen die Mädchen und Jungen in den Freiarbeitsstunden oftmals die Gelegenheit, in der gemütlichen Leseecke die Nase zwischen zwei Buchdeckel zu stecken. Und Lehrerin Carina Düllmann räumt mit einem weiteren Vorurteil auf: Es sind nicht nur die Mädchen, die mit Vorliebe zum (Pferde-)buch greifen. Jonas (11) hat zum Beispiel eine Schwäche für Abenteuerromane. Wenn der Stoff spannend ist, "frisst" sich der Elfjährige quasi durch die Seiten. Mücahit (11) hingegen liebt Krimis. Lieblingsautor? "Eigentlich egal", so der Schüler. Hauptsache der Inhalt fessele.

(RP/rl)
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