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Rheinberg
Hefte und Stifte für bedürftige Schüler

Rheinberg: Hefte und Stifte für bedürftige Schüler
Das Team der Schulmaterialkammer von Kolpingsfamilie und Caritas will bedürftigen Eltern helfen (von links): Georg Welp, Nicola Lorenz, Achim Jüngst, Anne Welp, Ulla Bünnagel und Katja Jüngst FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Am Ende der Ferien startet das Projekt Schulmaterialkammer. Ehrenamtliche wollen Hartz-IV-Empfängern helfen. Von Peter Gottschlich

In Duisburg sind Schulmaterialienkammern seit sieben Jahren fest etabliert. An vier Stellen können bedürftige Eltern am Ende der Sommerferien fast kostenlos Etuis, Hefte, Anspitzer, Stifte oder Farbkästen abholen. Jetzt kommen die Schulmaterialkammern auch in den Kreis Wesel. Am Ende der Sommerferien eröffnet die erste in Rheinberg. Dann können sich Eltern, die Arbeitslosengeld II - Hartz-IV - beziehen, im ehemaligen Konvikt an der Stadtbücherei Schulmaterial geben lassen. Organisiert wird diese Schulmaterialkammer von der Kolpingsfamilie Rheinberg.

"Den meisten Rheinbergern geht es gut", sagt Achim Jüngst, der bei der Kolpingsfamilie das neue Projekt mitorganisiert. "Aber es gibt eben auch Bedürftige. Wir rechnen mit 200 bedürftigen Kindern. Bildung darf nicht an fehlendem Schulmaterial scheitern." Seine Frau Katja Jüngst brachte über die Franz-Walter-Aumund-Stiftung die Idee der Kammer von Duisburg nach Rheinberg mit. Diese fiel bei der Kolpingsfamilie sofort auf fruchtbaren Boden, weil Bildung ein Schwerpunkt von Verbandsgründer Adolf Kolping war. Neben Achim und Katja Jüngst gehören Anne und Georg Welp sowie Nicole Lorenz zu dem Team, das das Kolping-Projekt organisiert.

"Die Schüler erhalten heute von den Schulen Listen, welche Materialien sie für den Unterricht brauchen", erzählt Katja Jüngst. "Damit können bedürftige Eltern zur Schulmaterialkammer kommen." Ihre Bedürftigkeit haben sie über einen Tafelausweis oder amtliche Schreiben zu belegen. Die Kolpingsfamilie kauft das Schulmaterial vor Ort bei der Buchhandlung Schiffer-Neumann. Wie in Duisburg gibt sie dieses nicht ganz kostenlos ab. "Die Eltern haben einen kleinen Eigenanteil zu tragen, der etwa bei zehn Prozent des Einkaufspreises liegt", berichtet Achim Jüngst. "Damit hat das Schulmaterial einen Wert."

Die Kolpingsfamilie rechnet damit, dass das Schulmaterial für ein bedürftiges Kind 20 bis 25 Euro beträgt - oder rund 4500 Euro für die geschätzten 200 Kinder. Die Franz-Walter-Aumund-Stiftung unterstützt die Kammer. Bereits jetzt stehen 3000 Euro bereit, obwohl das Projekt erst kürzlich zum ersten Mal öffentlich bekannt gemacht wurde, als sich die Kolpingsfamilie zur Jahreshauptversammlung traf.

Um die Kammer den bedürftigen Eltern nahe zu bringen, sprechen Mitglieder der Kolpingsfamilie mit den Schulen und verteilen Flugblätter. Außerdem gibt es eine Zusammenarbeit mit dem Caritasverband Moers-Xanten und der Pfarrgemeinde St. Peter, um Mütter und Väter zu erreichen.

Das Projekt ist im ersten Schritt auf zwei Jahre angelegt. Es bezieht sich zunächst auf Schüler von der ersten bis zur sechsten Klasse, die aus Rheinberg stammen. Wenn es erfolgreich ist, will die Kolpingsfamilie es fortsetzen.

Quelle: RP
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