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Rheinberg
Heidemarie Höhnes Reise durch Formen und Farben

Rheinberg. "Zeitreise" heißt die Ausstellung der Künstlerin Heidemarie Höhne, die gestern im Stadthaus-Foyer eröffnet wurde. Vor mehr als 30 Jahren hat die Xantenerin eine Ausbildung bei der Dorstener Künstlerin Ulla Höpke absolviert und danach sehr schnell ihren eigenen Stil und ihre ganz persönlichen Maltechniken entwickelt. Diese zeichnen sich vor allem durch große Experimentierfreudigkeit aus. Heidemarie Höhne mischt Acryl- und Ölfarben, setzt Spachtelmasse, Gips und Sand ein und lässt auf diese Weise mit Schwamm und Pinsel abstrakte und gegenständliche Kunstwerke entstehen.

Beim Malen lässt sie sich von Stimmungen leiten. Sie liebt die künstlerische Freiheit und vor allem die Vielfältigkeit. Da kommt es auch mal vor, dass die Künstlerin Moos aus dem Garten holt und in ein Bild integriert oder die Säge zur Hand nimmt, um Strukturen zu glätten. "Ich male nach Gefühl. Im Winter sind die Bilder dunkler, und wenn im Frühling die Tulpen blühen, findet man sie auch in meinen Motiven", sagt die Mutter zweier Töchter. Das war nicht immer so, denn zu ihrem Talent zählt auch, Bilder berühmter Maler wie Rembrandt täuschend echt nachzumalen. Immer mehr Auftragsarbeiten bestimmten deshalb ihren künstlerischen Alltag, und die waren mitunter skurril. "Ein Kunde wollte den Rennwagen von Michael Schumacher mit dessen Porträt gemalt haben. Das mache ich heute nicht mehr", so Höhne.

Den Titel der Ausstellung hat sie ganz bewusst gewählt, denn es handelt sich um eine Zeitreise durch ihr künstlerisches Leben. So findet der Betrachter eine rostige Industriekulisse neben malerischen Häusern in Italien, aber auch abstrakte Werke, die teils raffiniert, teils spielerisch die Fantasie anregen.

Mittendrin schlendert Charlie Chaplin durch Großstadt-Straßen. "Eine Auftragsarbeit, Grundlage war ein Filmplakat. Ich fand das so schön, dass ich es für mich noch einmal gemalt habe. Es handelt sich praktisch um Charly den Zweiten", so Höhne, die sich derzeit der abstrakten Malerei hingibt. Vor dem ersten Pinselstrich malt sie sich in Gedanken das Ergebnis aus. "Ich muss ein Bild verstehen, sonst fange ich gar nicht erst an", sagt sie. Nach dem Sommer widmet sich die Künstlerin wieder der gegenständlichen Malerei, dann möchte sie den Xantener Marktplatz in einer herbstlichen Stimmung darstellen.

Die Ausstellung ist bis zum 10. September zu besichtigen.

(erko)
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